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Zuletzt aktualisiert: 10.12.2008 um 09:15 UhrKommentare

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vor 60 Jahren verabschiedet

60 Jahre ist sie alt und heute nicht weniger aktuell als nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der UNO in Paris angekommen.

Foto © APA

Ihre Grundsätze haben die gesamte Rechtsgeschichte der Nachkriegszeit geprägt - auch wenn viele Artikel bis heute das in der Präambel genannte "zu erreichende gemeinsame Ideal" bleiben und Experten seit den Terroranschlägen von 2001 eher "Rückschritte" beklagen.

Messlatte. Obgleich die Erklärung für die Unterzeichnerstaaten unverbindlich war, wurde sie zur ersten internationalen Messlatte für Machtmissbrauch und menschenverachtende Politik. Der 10. Dezember wird Jahr für Jahr weltweit als internationaler Tag der Menschenrechte begangen. Der 60. Geburtstag der Erklärung wird am Unterzeichnungsort im Pariser Palais de Chaillot am Mittwoch mit Vertretern aus aller Welt groß gefeiert.

Nur 48 nahmen sie an. Vor 60 Jahren entstand die Erklärung unter dem Eindruck des schrecklichen Blutzolls des Zweiten Weltkrieges und insbesondere des Massenmords an den Juden. Doch von den 58 Staaten der UNO-Generalversammlung nahmen sie damals nur 48 an. Die Sowjetunion, osteuropäische Länder, Saudi-Arabien und das damals noch von Apartheid geprägte Südafrika enthielten sich.

Schwierige Debatte. Die Debatten über die Erklärung hatten sich schwierig gestaltet. Die Sowjetunion und ihren Satellitenstaaten legten Wert auf "reale Rechte", also wirtschaftliche und soziale, während sie "bürgerliche Rechte" ablehnten, etwa politische und kulturelle. Mehrere westlichen Demokratien weigerten sich wiederum, aus der Erklärung ein juristisch verbindliches Dokument zu machen - aus Furcht, ihre damals noch bestehenden Kolonien könnten sich unter Berufung auf den Text gegen sie wenden.

"Manifest der Menschheit". Trotz der Streitereien und Hintergedanken im Verlauf ihrer Ausarbeitung bleibe die Erklärung "das erste Manifest der Menschheit", sagt der französische Jurist Rene Cassin, der an ihr mitgewirkt hat. Die Fortbildung der Menschenrechtspolitik ist bis heute im Fluss. Seit der Erklärung wurden Dutzende Rechtsinstrumente geschaffen, die Menschenrechte zum Teil auch verbindlich garantieren sollen.


Fakten

Vor 60 Jahren entstand die Erklärung unter dem Eindruck des schrecklichen Blutzolls des Zweiten Weltkrieges und insbesondere des Massenmords an den Juden. Doch von den 58 Staaten der UNO-Generalversammlung nahmen sie damals nur 48 an. Die Sowjetunion, osteuropäische Länder, Saudi-Arabien und das damals noch von Apartheid geprägte Südafrika enthielten sich.

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