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Zuletzt aktualisiert: 16.11.2008 um 13:00 UhrKommentare

Russland hofft auf bessere Beziehungen zu den USA unter Obama

Medwedew möchte baldigst mit Obama in Kontakt treten, um Beziehungen "im vollsten Umfang wiederherzustellen". Zudem wünscht sich Russland ein globales Abwehrsystem. Vereinzelte Einrichtung würden "nur provozieren".

Foto © APA

Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat Hoffnungen geäußert, dass sich die angespannten Beziehungen seines Landes zu den USA mit Amtsantritt des künftigen US-Präsidenten Barack Obama verbessern. Er begrüße die Wahl Obamas, sagte Medwedew nach dem Weltfinanzgipfel am Samstag (Ortszeit) in Washington. Der russische Staatschef sprach sich im Streit um den geplanten US-Raketenschild in Osteuropa für ein "globales" Abwehrsystem aus. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sagte mit Blick auf Polen und Tschechien, allen Staaten müsse die Entscheidung über eine Beteiligung an dem Abwehrsystem überlassen werden.

"Strategische Partnerschaft". Die russische Regierung glaube daran, dass Obama sich für eine Verbesserung der zuletzt angespannten Beziehungen einsetzen werde, sagte Medwedew. Russland wolle mit den USA eine "strategische Partnerschaft" wie sie mit China bestehe. Die Beziehungen zwischen Russland und den USA seien "sehr umfassend, reich und ziemlich vielschichtig".

Vertrauenskrise. In den vergangenen Monaten sei es jedoch zu einer "Vertrauenskrise" zwischen den beiden Ländern gekommen, sagte Medwedew. Er wünsche sich ein erstes Treffen mit Obama schon bald nach dessen Regierungsübernahme. "Wir haben die große Möglichkeit, die Beziehungen im vollsten Umfang wieder herzustellen", erklärte der russische Präsident. Er gehe davon aus, dass Obama ebenso wie er selbst dazu bereit sei, sagte er in Anwesenheit der früheren US-Außenministerin Madeleine Albright, die in Obamas Auftrag als Beobachterin an dem Weltfinanzgipfel teilgenommen hatte. In der Beziehung zwischen Russland und den USA seien "Freundschaft und Verständnis absolut grundlegend", sagte Albright.

Abwehrsystem. Zuletzt hatten das russische Vorgehen in der Kaukasus-Krise - Stichwort Georgien - sowie der geplante US-Raketenschild in Osteuropa Spannungen zwischen Moskau und Washington hervorgerufen. Im Streit um den geplanten US-Raketenschild in Osteuropa sprach sich Medwedew für eine Zusammenarbeit aus. Ein "globales" Abwehrsystem unter Beteiligung Russlands sei besser als vereinzelte Einrichtungen, die "niemanden zufrieden stellen und nur provozieren", sagte der russische Staatschef.

Entscheidungsträger. Frankreichs Präsident Sarkozy sprach sich dafür aus, allen Staaten die Entscheidung über eine Beteiligung zu überlassen. Jedes Land habe das Recht, frei über eine Errichtung des Raktenschilds zu entscheiden, sagte er in Washington mit Blick auf Polen und Tschechien. Auf dem EU-Russland-Gipfel am Freitag in Nizza hatte der EU-Ratsvorsitzende Moskau und Washington aufgerufen, auf eine Stationierung von Raketen zu verzichten. Die polnische Regierung hatte daraufhin kritisiert, Sarkozy habe kein Mandat der EU, mit Russlands Präsident Dmitri Medwedew darüber zu diskutieren.

Raketen. Die US-Regierung plant die Errichtung einer Radaranlage in Tschechien und die Stationierung von Abfangraketen in Polen, was Russland als Bedrohung ansieht. Entsprechende Verträge zwischen den USA und den beiden osteuropäischen Ländern sind bereits geschlossen. Präsident Medwedew hatte angekündigt, in der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad sollten Kurzstreckenraketen stationiert werden, um die US-Raketenabwehr notfalls "neutralisieren" zu können.


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