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Zuletzt aktualisiert: 08.11.2008 um 15:17 Uhr

Schul-Referent fuhr betrunken

Der Fall liegt einige Monate zurück: Landeshauptmann-Vize Uwe Scheuch (BZÖ) musste Strafe zahlen. Seinen Schein durfte er behalten.

Er habe seine Lektion gelernt, beteuert Scheuch

Foto © APAEr habe seine Lektion gelernt, beteuert Scheuch

"Das kann jedem passieren", behauptet Uwe Scheuch. Rein rechtlich gesehen, habe er nur eine Verwaltungsstrafe ausgefasst, betont der orange Landeshauptmann-Stellvertreter und Schulreferent. Als ob "ich zu schnell gefahren wäre oder falsch geparkt hätte". Scheuch fuhr vor einigen Monaten betrunken in eine Polizeikontrolle. Gegenüber der Kleinen Zeitung bestätigt er einen entsprechenden "News"-Bericht.

Lektion. Im Zuge des Nationalratswahlkampfes habe er sich nach "drei kleinen Bier" ans Steuer seines Fahrzeuges gesetzt. "Ich glaubte, dass ich unter 0,5 Promille war", sagt er. Dem war nicht so: 0,65 zeigte der Alkomat an. Seinen Schein durfte Scheuch behalten (der ist erst ab 0,8 Promille fällig), es blieb bei einer Geldstrafe. "Ich habe meine Lektion gelernt", sagt der Politiker. Er beteuert, zum ersten und letzten Mal in seinem Leben betrunken am Steuer gesessen zu sein.

"Sehe kein Problem." Ob er seine Vorbildfunktion nicht sträflich verletzt habe? "Ich sehe kein Problem darin", sagt Scheuch, der als Schulreferent Anti-Alkohol-Kampagnen für Jugendliche veranstalten lässt. Scheuch: "Das sind zwei Paar Schuhe. Ich kämpfe gegen Alkohol-Exzesse bei Zwölfjährigen."

Alkohol wird "verniedlicht". Jörg Haiders Unfalltod (er hatte 1,8 Promille im Blut) hat das Thema Alkohol am Steuer einmal mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Haben Politiker eine besondere Verantwortung - auch während ihrer Freizeit? Dazu will sich der Leiter der Verkehrspolizei, Oberst Adolf Winkler nicht äußern. Er beklagt aber generell, dass "das Thema Alkohol immer noch verniedlicht wird. Wer betrunken fährt, wird nicht außerhalb der Regeln der Gesellschaft gestellt". Zumal wenn es sich nur um ein Verwaltungsdelikt handelt.

WOLFGANG RÖSSLER

Reaktionen der SPÖ

"Alkohol am Steuer ist kein Kavaliersdelikt", sagt Gesundheitssprecherin SPÖ-Landtagsabgeordnete Beate Prettner.

Weiters sei Scheuch als Schulreferent ständig in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen. Dass er kein Problem dabei sieht, einerseits Anti-Alkohol Kampagnen zu initiieren und andererseits selber mit Promille hinterm Steuer zu sitzen, grenze, ihrer Meinung nach an Heuchelei.

LR Nicole Cernic sehe, dass die Verharmlosung von Alkohol gerade bei Jugendlichen zur Desorientierung bei der Einschätzung ihres eigenen Verhaltens führe.

Kein Einzelfall

Jörg Haider war zum Zeitpunkt seines Unfalls schwer alkoholisiert.

2002 musste der FP-Sozialsprecher und vormalige Klagenfurter Vize-Bürgermeister Reinhart Gaugg alle politischen Ämter niederlegen, weil er betrunken am Steuer saß.

Wenige Monate zuvor musste der Kärntner SPÖ-Nationalrat Anton Leikam seinen Hut nehmen, weil er mit zwei Promille einen Unfall verursacht hatte.

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