Die UNO setzt in der Klimapolitik auf Obama
Wird es unter dem neuen US-Präsidenten einen Beitritt zum Kyoto-Protokoll geben?

Foto © AP
Die Vereinten Nationen setzten in der Klimapolitik große Hoffnungen auf den designierten US-Präsidenten Barack Obama. "Ich hoffe, dass die USA mit Obama eine Führungsrolle" in den Verhandlungen über das Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll übernehmen, erklärte am Freitag der UN-Klimabeauftragte Yvo de Boer. Aber selbst mit Obama als Präsident sei es unwahrscheinlich, dass die USA dem Kyoto-Protokoll doch noch beiträten, da sie die dort festgelegten Ziele bei der Reduzierung der Treibhausgase gar nicht mehr erreichen könnten.
"Barack" und "Michelle"
Führungsrolle. Obama hat angekündigt, dass die USA unter seiner Präsidentschaft
im Kampf gegen den Klimawandel wieder eine Führungsrolle übernehmen
würden und dass sie auch in der Klimarahmenkonvention wieder
mitarbeiten würden. Er will Obergrenzen für den Schadstoffausstoß in
den USA festlegen und den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 um 80
Prozent reduzieren.
Steigerung der Emissionen. Wie de Boer erklärte, sind die Emissionen an Treibhausgasen in den
USA seit 1990 um 14 Prozent gestiegen. Im Kyoto-Protokoll, das der
frühere US-Präsident Bill Clinton mitausgehandelt hatte, war eine
Senkung um sechs Prozent angestrebt worden. Die amtierende Regierung
von US-Präsident George W. Bush hat das Kyoto-Protokoll mit der
Begründung abgelehnt, dass es der US-Wirtschaft schade, da die
Unternehmen in Schwellenländern weiter ungehindert Schadstoffe
ausstoßen dürften.
Verteilungskampf. Die Verteilung der Lasten zwischen Industrie- und Schwellenländern
im Kampf gegen den Klimawandel ist auch eines der Hauptthemen bei
einem internationalen Symposium zum Klimaschutz, das am Freitag in
Peking begann und mit dem die UN-Klimakonferenz im nächsten Monat in
Polen vorbereitet werden soll. China wies dabei die
Hauptverantwortung für die Eindämmung von Treibhausgasen den
Industriestaaten zu. Ministerpräsident Wen Jiabao erklärte, China
habe zur Lösung der Energieprobleme und der Luftreinhaltung sehr viel
weniger Zeit, als den entwickelten Ländern zur Verfügung gestanden
habe.
Forderung. Vor Teilnehmern aus mehr als 100 Ländern forderte der Direktor der
Kommission für Nationale Entwicklung und Reformen, Zhang Ping, die
Industriestaaten sollten einen Fonds einrichten, mit dessen Mitteln
der Transfer von umweltfreundlichen Technologien in ärmere Länder
unterstützt werden könnte. Im Oktober hatte China bereits angeregt,
dass die entwickelten Länder mindestens 0,7 Prozent des
Sozialprodukts zur Verfügung stellen sollten, damit ärmere Länder
Maßnahmen für den Klimaschutz finanzieren könnten.













