Barack Obama Superstar
Er ist jung, schön und er begeistert die Massen. Amerika hat einen neuen Präsidenten, der die Botschaft vom Wandel verkörpert wie kein anderer.

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Zum Glück hat Obama eine positive Botschaft. Wenn er seine dunklen, schlanken Hände hebt, beginnt die Menge zu jubeln. Wenn er lacht, kreischen die Mädchen, fließen heiße Tränen über aufgewühlte Gesichter. Und wenn er, wie gestern nach seinem großen, bewegenden Sieg bei der Präsidentenwahl, mit seinem tönenden Bass das Zauberwort "Change" von der Bühne wirft, schreit auch der fadeste, kühlste Banker lautstark die Antwort, die Obama ins Weiße Haus befördert hat: "Yes, we can! Yes, we can!" Amerika kann wieder stark sein. Amerika hat seinen Retter gefunden, der es aus den Krisen führen soll, die den Menschen über den Kopf zu wachsen drohen. Ein neuer Messias, ein Rockstar, ein Massenverführer? Am 20. Jänner wird er als Präsident vereidigt; der erste Schwarze, ein Superlativ an Veränderung, wird zum mächtigsten Mann auf diesem Planeten.
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Erstaunlicher Aufstieg.
Dass es so weit kam, ist erstaunlich. Ein bis vor fünf Jahren völlig Unbekannter, mit dunkler Haut und einem Namen, der sich auf Osama reimt und eher an Terror denn an Rettung denken lässt. Schon im Dauerduell gegen die als Favoritin eingeschätzte Hillary Clinton war sichtbar geworden, dass hier ein Ausnahmetalent auf dem Weg in die erste Reihe war. Mit dem Sieg gegen John McCain hat Barack Obama endgültig unter Beweis gestellt, dass er nicht nur über Ehrgeiz verfügt, sondern seine Pläne auch umsetzt.
Gründe.
Über die Gründe seines kometenhaften Aufstiegs wird noch viel spekuliert werden. Für Motivforscherin Helene Karmasin liegen einige auf der Hand. "Er ist einfach schön. Sein beweglicher Körper, seine schlanke Statur, seine Stimme: All das passt perfekt in unser Muster von physischer Attraktivität." Dazu kämen Obamas mitreißende Rhetorik, sein Charisma und authentisch wirkendes Auftreten.
Mehr als ein Rockstar.
Und trotzdem: Obama ist mehr als ein Rockstar, der das Publikum mit seinen Gaben unterhält. Obama hat eine politische Botschaft, die er als Person auf perfekte Weise selbst verkörpert. Er selbst ist der Wandel, für diese Botschaft ist er der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Obama entstammt weder dem Bush- noch dem Clinton-Clan, er ist kein Politiker des Kalten Krieges, er ist kein Öl-Lobbyist. Stattdessen hat er eine unkonventionelle Vergangenheit: einen schwarzen Vater und eine weiße Mutter, eine Kindheit im moslemischen Indonesien wie im blumenreichen Hawaii. Während Bush die Bürgerrechte beschnitt, kämpfte der Jurist Obama als Anwalt für die Rechte der Schwarzen in Chicago. Obama verdankt seinen Aufstieg auch der Tatsache, dass man ihm glaubt, dass er den Buchstaben des Gesetzes ehrt.














