Obama weckt weltweit Hoffnungen - nur Moskau bleibt kühl
Ruslands Präsident Dmitri Medwedew hofft auf Verbesserung der Beziehungen. In Berlin und London spricht man von einem "historischen Sieg". Im Nahen Osten hoffen die Leute auf Friedensverhandlungen.

Foto © APAngela Merkel gratuliert Obama.
Die Wahl von Barack Obama zum neuen
Präsidenten der USA hat weltweit die Hoffnung auf einen Neuanfang in
den internationalen Beziehungen geweckt. Von Berlin, London und Paris
über Nahost bis nach China wurde Obama als Hoffnungsträger
bezeichnet, der Konflikte und Krisen anders als sein Vorgänger George
W. Bush partnerschaftlich lösen werde. Einzig Moskau reagierte kühl:
Der russische Präsident Dmitri Medwedew sprach die Erwartung auf eine
Verbesserung der erheblich belasteten beiderseitigen Beziehungen aus,
gratulierte Obama aber nicht zu seinem Wahlsieg.
Moskau hofft auf bessere Beziehungen.
In seiner ersten Rede zur Lage der Nation sagte Medwedew, er
hoffe, dass sich Obamas Regierung "für vollwertige Beziehungen mit
Russland entscheidet". Zugleich kündigte er als Reaktion auf in Polen
und Tschechien geplante Stellungen einer geplanten US-Raketenabwehr
die Aufstellung von Kurzstreckenraketen in der Exklave Kaliningrad
(Königsberg) an.
Merkel gratuliert.
Ganz anders die Reaktionen in Deutschland: Bundeskanzlerin Angela
Merkel gratulierte Obama zu seinem "historischen Sieg" und lud ihn
nach Deutschland ein. Sie setze auf eine enge Zusammenarbeit dem
künftigen Präsidenten. Bundespräsident Horst Köhler sicherte Obama
die Freundschaft und Partnerschaft Deutschlands bei der Bewältigung
der anstehenden Herausforderungen zu.
Historische Dimension.
Der britische Premier Gordon Brown würdigte die historische
Dimension der Wahl des ersten Schwarzen zum Präsidenten der USA. "Das
ist ein Augenblick, der in der Geschichte lebt, solange
Geschichtsbücher geschrieben werden". Er hoffe, mit Obama arbeiten zu
können, "um die Welt zusammenzubringen, damit wir diese schweren
Zeiten koordinierter und einheitlicher angehen als zuvor", sagte
Brown. Auch Spaniens Premier José Luis Rodríguez Zapatero reagierte
erfreut: Obamas Sieg werde "neue Zeiten" für den Dialog und die
Zusammenarbeiten zwischen den verschiedenen Regionen der Welt öffnen.
Würde, Freiheit und Wohlstand.
Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi zeigte sich
überzeugt, dass nach dem Wahlsieg Obamas die Freundschaft zwischen
Italien und den USA weiterhin wachsen werde. "Die USA sind für uns
immer ein Beispiel von Würde, Freiheit und Wohlstand", sagte
Berlusconi, der eine enge Freundschaft zu dem Ex-Präsidenten George
W. Bush pflegt. Er erklärte sich bereit, Obama Ratschläge zu geben:
"Ich kann ihm Ratschläge geben, weil ich älter bin. Ich werde es tun,
sobald ich Obama persönlich umarmen werde". Der Vatikan hob die
"außerordentliche Aufgabe" hervor, die Obama nach seinem Wahlsieg in
den USA bevorstehe.
China will erweiterten Dialog.
Chinas Präsident Hu Jintao gratulierte Obama und stellte einen
erweiterten Dialog zwischen beiden Ländern in Aussicht. Eine
langfristige, stabile und gesunde Beziehung liege im Interesse beider
Nationen, betonte Hu. Die Wahl Obamas sei ein "neuer historischer
Zeitabschnitt". Der Staatspräsident erwarte sich mit Obama eine
Zusammenarbeit, die den Dialog und Austausch zwischen beiden Nationen
fördere und die Beziehungen "auf eine neue Ebene" stelle.












