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Zuletzt aktualisiert: 27.10.2008 um 08:44 UhrKommentare

US-Republikaner bereiten sich schon auf Niederlage McCains vor

Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in den USA wird es einsam um John McCain - und die Suche nach Schuldigen hat bereits begonnen.

Es sieht gar nicht gut aus für die/den Republikaner

Foto © ReutersEs sieht gar nicht gut aus für die/den Republikaner

Als der republikanische Kandidat am Wochenende zu einer Kundgebung in New Mexico geladen hatte, verloren sich nur wenige hundert Besucher auf einem Messegelände. Nicht weit entfernt, im Staat Colorado, verfolgten etwa 100.000 Fans den Auftritt des Demokraten Barack Obama. Bekannte republikanische Politiker gehen öffentlich auf Distanz zu McCain. Innerhalb seines Beraterteams hat bereits die Suche nach den Schuldigen für die drohende Wahlniederlage begonnen. Nach acht Jahren im Weißen Haus ist die Partei ausgezehrt, ihr droht ein Kampf um die künftige Richtung.

Düstere Vorzeichen. Die Republikaner gehen in düsterer Stimmung in die letzte Wahlkampfwoche. Immer wieder tritt McCain vor halbleeren Hallen auf. Seine Berater reagieren mit einer Mischung aus Galgenhumor und Trotz. "Wenn die Zahl der Besucher für Sieg oder Niederlage bei der Wahl den Ausschlag geben würde, wäre Obama mit seinen 200.000 Zuhörern in Berlin schon längst zum deutschen Bundeskanzler gewählt worden", spottet sein Sprecher Tucker Bounds. McCains mangelnde Zugkraft spiegelt sich freilich schmerzhaft in den Umfragen wider: Die "Washington Post" sah ihn bei 45 Prozent, Obama bei 52 Prozent.

"Viele Arten, zu verlieren". Der konservative Vordenker David Frum, ein früherer Redenschreiber von Präsident George W. Bush, hat bereits einen bitteren Nachruf auf McCains Kampagne verfasst. "Es gibt viele Arten, eine Präsidentschaftswahl zu verlieren", schrieb Frum am Sonntag in der "Washington Post". "John McCain verliert sie auf eine Art, die die ganze Republikanische Partei mit nach unten reißen könnte". Frum kritisiert McCains sprunghafte Reaktion auf die Finanzkrise und seine wenig glaubhaften Versuche, den Gegner Obama mal als Terroristenfreund und mal als Sozialisten hinzustellen: "Diese Strategie hat die Basis der Republikaner mobilisiert, aber die Wähler der Mitte abgeschreckt, und nur dort kann die Wahl gewonnen werden".


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