Nationalfeiertag: Rund 800 Rekruten am Heldenplatz angelobt
Bundespräsident Fischer ruft die Koalitionsverhandler zum Bekenntnis zu Landesverteidigung und Bundesheer auf. Teil des Festaktes war eine Gedenkminute anlässlich des Ablebens von Zilk.

Foto © AP
Rund 800 Rekruten aus Niederösterreich und Wien sind
heute, Sonntag, traditionsgemäß im Rahmen des Nationalfeiertags von
Bundespräsident Heinz Fischer angelobt worden. Fischer rief in seiner
Rede die Koalitionsverhandler auf, ein klares Bekenntnis zur
Landesverteidigung und zum Bundesheer abzugeben.
Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) hob in seiner Ansprache
einmal mehr die Bedeutung der Neutralität hervor und dankte dem
verstorbenen Altbürgermeister Helmut Zilk für seiner Verdienste.
Im Zeichen der neuen Regierungsbildung.
Jeder Nationalfeiertag finde in einem besonderen Umfeld statt,
meinte Fischer in seiner Rede. Dieses Jahr beschäftige die Politik
einerseits die Entwicklung in der Wirtschaft und auf den
Finanzmärkten, andererseits stünde diese im Zeichen der neuen
Regierungsbildung. Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen könne es
"nicht so schwer sein, unser Bekenntnis zur Landesverteidigung und
zum Bundesheer außer Streit zu stellen und erkennen zu lassen, dass
wir um deren Bedeutung Bescheid wissen". In den vergangenen
Jahrzehnten habe sich zwar einiges verändert, das Bekenntnis
Österreichs zu einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft,
die Verpflichtung des Landes zu Frieden und seine Ablehnung von
Gewalt und Terror seien aber nach wie vor unverändert.
Gedenken an Zilk.
Verteidigungsminister Darabos nutzte die Gelegenheit, um dem
verstorbenen Altbürgermeister Zilk seinen Dank auszusprechen. Zilk
habe "als Freund, Partner und Motor des Bundesheeres gewirkt",
betonte der Minister. Er würdigte insbesondere, dass Zilk "über die
Parteigrenzen hinweg" als Vorsitzender der
Bundesheer-Reformkommission die Reform vorangetrieben habe.
Bedeutung der Neutralität.
Einmal mehr hob der Verteidigungsminister die Bedeutung der
Neutralität hervor. Die Erfolgsgeschichte der Zweiten Republik hänge
unmittelbar mit dem Bekenntnis Österreichs zur Neutralität zusammen,
betonte er. Die Neutralitätspolitik habe einerseits die Souveränität
und Eigenständigkeit des Landes ermöglicht, andererseits sei sie auch
ein wesentlicher Faktor gewesen, dass "wir in den vergangenen 53
Jahren so gut gefahren sind". In diesem Zusammenhang verwies Darabos
auf Österreichs Rolle in der Ungarn-Krise und dem Prager Frühling.
Darabos hob auch erneut das internationale Engagement des
österreichischen Bundesheeres hervor. Über 60.000 Soldaten seien in
den vergangenen 50 Jahren in internationalen Friedensmissionen im
Einsatz gewesen, zeigte er sich stolz.
Gedenken an Beitritt.
Der Minister erinnerte weiters daran, dass auf dem Heldenplatz
Adolf Hitler vor 70 Jahren den sogenannten Eintritt Österreichs ins
Deutsche Reich verkündet habe. Er mahnte die Zuhörer, aus der
Geschichte zu lernen. Die Rekruten rief er dazu auf, "nie zu
vergessen, wofür sie ihren Einsatz leisten", nämlich Frieden,
Freiheit und Demokratie. "Dienen Sie mit Stolz, unser Land ist es
wert. Es lebe das österreichische Bundesheer, und es lebe die
Republik Österreich", schloss Darabos seine Ansprache.
Angelobung der Rekruten.
Den Abschluss des Festaktes bildete die Angelobung der Rekruten
und deren Gelöbnis zum Heeresdienst unter Anwesenheit von Vertretern
der Bundesregierung, des Parlaments und Wiens Vizebürgermeisterin
Renate Brauner (S). Teil des Festaktes war außerdem eine Gedenkminute
anlässlich des Ablebens von Zilk.
Features
Im Interview
Fakten
Der österreichische Nationalfeiertag wird seit dem Jahr 1965 jährlich am 26. Oktober (Beschluss des Bundesverfassungsgesetzes über die österreichische Neutralität) begangen.
Wikipedia
Foto

Am Abend wird die Fernseh-Ansprache von Fischer in ORF 1 und ORF 2 - nach der Zeit im Bild - ausgestrahlt.Foto © APA












