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Zuletzt aktualisiert: 26.10.2008 um 12:52 UhrKommentare

Nationalfeiertag: Rund 800 Rekruten am Heldenplatz angelobt

Bundespräsident Fischer ruft die Koalitionsverhandler zum Bekenntnis zu Landesverteidigung und Bundesheer auf. Teil des Festaktes war eine Gedenkminute anlässlich des Ablebens von Zilk.

Foto © AP

Rund 800 Rekruten aus Niederösterreich und Wien sind heute, Sonntag, traditionsgemäß im Rahmen des Nationalfeiertags von Bundespräsident Heinz Fischer angelobt worden. Fischer rief in seiner Rede die Koalitionsverhandler auf, ein klares Bekenntnis zur Landesverteidigung und zum Bundesheer abzugeben. Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) hob in seiner Ansprache einmal mehr die Bedeutung der Neutralität hervor und dankte dem verstorbenen Altbürgermeister Helmut Zilk für seiner Verdienste.

Im Zeichen der neuen Regierungsbildung. Jeder Nationalfeiertag finde in einem besonderen Umfeld statt, meinte Fischer in seiner Rede. Dieses Jahr beschäftige die Politik einerseits die Entwicklung in der Wirtschaft und auf den Finanzmärkten, andererseits stünde diese im Zeichen der neuen Regierungsbildung. Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen könne es "nicht so schwer sein, unser Bekenntnis zur Landesverteidigung und zum Bundesheer außer Streit zu stellen und erkennen zu lassen, dass wir um deren Bedeutung Bescheid wissen". In den vergangenen Jahrzehnten habe sich zwar einiges verändert, das Bekenntnis Österreichs zu einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft, die Verpflichtung des Landes zu Frieden und seine Ablehnung von Gewalt und Terror seien aber nach wie vor unverändert.

Gedenken an Zilk. Verteidigungsminister Darabos nutzte die Gelegenheit, um dem verstorbenen Altbürgermeister Zilk seinen Dank auszusprechen. Zilk habe "als Freund, Partner und Motor des Bundesheeres gewirkt", betonte der Minister. Er würdigte insbesondere, dass Zilk "über die Parteigrenzen hinweg" als Vorsitzender der Bundesheer-Reformkommission die Reform vorangetrieben habe.

Bedeutung der Neutralität. Einmal mehr hob der Verteidigungsminister die Bedeutung der Neutralität hervor. Die Erfolgsgeschichte der Zweiten Republik hänge unmittelbar mit dem Bekenntnis Österreichs zur Neutralität zusammen, betonte er. Die Neutralitätspolitik habe einerseits die Souveränität und Eigenständigkeit des Landes ermöglicht, andererseits sei sie auch ein wesentlicher Faktor gewesen, dass "wir in den vergangenen 53 Jahren so gut gefahren sind". In diesem Zusammenhang verwies Darabos auf Österreichs Rolle in der Ungarn-Krise und dem Prager Frühling. Darabos hob auch erneut das internationale Engagement des österreichischen Bundesheeres hervor. Über 60.000 Soldaten seien in den vergangenen 50 Jahren in internationalen Friedensmissionen im Einsatz gewesen, zeigte er sich stolz.

Gedenken an Beitritt. Der Minister erinnerte weiters daran, dass auf dem Heldenplatz Adolf Hitler vor 70 Jahren den sogenannten Eintritt Österreichs ins Deutsche Reich verkündet habe. Er mahnte die Zuhörer, aus der Geschichte zu lernen. Die Rekruten rief er dazu auf, "nie zu vergessen, wofür sie ihren Einsatz leisten", nämlich Frieden, Freiheit und Demokratie. "Dienen Sie mit Stolz, unser Land ist es wert. Es lebe das österreichische Bundesheer, und es lebe die Republik Österreich", schloss Darabos seine Ansprache.

Angelobung der Rekruten. Den Abschluss des Festaktes bildete die Angelobung der Rekruten und deren Gelöbnis zum Heeresdienst unter Anwesenheit von Vertretern der Bundesregierung, des Parlaments und Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner (S). Teil des Festaktes war außerdem eine Gedenkminute anlässlich des Ablebens von Zilk.


Fakten

Der österreichische Nationalfeiertag wird seit dem Jahr 1965 jährlich am 26. Oktober (Beschluss des Bundesverfassungsgesetzes über die österreichische Neutralität) begangen.

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Am Abend wird die Fernseh-Ansprache von Fischer in ORF 1 und ORF 2 - nach der Zeit im Bild - ausgestrahlt.Foto © APA

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