"Joe, der Installateur" im Kreuzfeuer der Medien
Viel Medienrummel um "Joe, den Installateur" gibt es seit der Fernsehdebatte von John McCain und Barack Obama: Der Arbeiter wird nun mit kritischen Fragen überhäuft.

Foto © ReutersBarack Obama im Gespräch mit Joe Wurzelbacher.
Von einem Tag auf den anderen ist Joe Wurzelbacher ins Rampenlicht des Präsidentschaftswahlkampfs in den USA geraten. Der Republikaner John McCain stellte ihn als "Joe, den Installateur" dar, als fleißigen Arbeiter, der von Barack Obama an der Verwirklichung des amerikanischen Traums gehindert werde. Inzwischen aber sieht sich Wurzelbacher mit zahlreichen kritischen Fragen konfrontiert.
Offene Zahlung und fehlende Lizenz. So wurde am Donnerstag bekannt, dass er laut Gerichtsakten mit der Zahlung von nahezu 1.200 Dollar (888 Euro) im Rückstand ist. Das Finanzamt von Ohio ging deswegen im Jänner 2007 gegen Wurzelbacher vor, das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.
Außerdem räumte Wurzelbacher ein, dass er gar keine Lizenz zur Ausübung seines Berufs habe. Er brauche sie allerdings auch nicht, weil sein Arbeitgeber die Lizenz habe, äußerte er am Donnerstag.
Steuerpläne als Hindernis. In der letzten Fernsehdebatte der Präsidentschaftskandidaten hatte McCain Wurzelbacher als Beispiel für einen Mann der Mittelschicht genannt, der von Obamas Steuerplänen daran gehindert werde, sich selbständig zu machen. Hintergrund war eine Begegnung Wurzelbachers mit Obama, bei der sich der Installateur bei dem demokratischen Kandidaten über dessen Steuerpolitik beschwert hatte.
Britney Spears mit Kopfschmerzen. Nach der Fernsehdebatte wurde Wurzelbacher mit Interview-Anfragen der Medien überhäuft. Der ganze Rummel ist ihm inzwischen etwas zuviel. "Ich fühle mich wie eine Art Britney Spears mit Kopfschmerzen", sagte er. "Ich hoffe nur, dass ich mich nicht zu sehr zum Narren mache."













