Erste Wahl in Angola nach 16 Jahren
Die Angolaner wählen ein neues Parlament. Erst seit sieben Jahren herrscht in dem Land Frieden.

Foto © APA
Im einstigen südwestafrikanischen
Bürgerkriegsland Angola sind rund 8,3 Millionen Menschen aufgerufen,
in einer zweitägigen Abstimmung ein neues Parlament zu wählen. Die
Wahllokale öffneten nach Angaben des südafrikanischen Rundfunks am
Freitagmorgen. Es ist die erste Wahl seit 16 Jahren in dem ölreichen
Staat, in dem 2002 einer der längsten Bürgerkriege des Kontinents mit
mehr als einer halben Million Toten endete.
Wahlbeobachter
Über hundert Wahlbeobachter der Europäischen und der Afrikanischen Union wurden nach Angola entsandt. Sie zeigen sich mit dem Ablauf der Wahl weitgehend zufrieden.
Ausgangslage. Am Wahlsieg der aus einer Befreiungsbewegung hervorgegangenen
Regierungspartei Movimento Popular de Libertação de Angola (MPLA) des
seit 29 Jahren regierenden Präsidenten José Eduardo dos Santos
bestehen kaum Zweifel. Stärkste Oppositionspartei ist die União
Nacional para a Independência Total de Angola (UNITA) des 2002 bei
einem Gefecht getöteten Ex-Rebellenchefs Jonas Savimbi. Die UNITA
hatte über massive Repressionen im Wahlkampf geklagt. Das Ergebnis
der Wahl wird frühestens kommende Woche erwartet.
Die frühere portugiesische Kolonie ist mit 1,25 Millionen
Quadratkilometer fast 15 mal so groß wie Österreich, hat aber nicht
einmal doppelt so viele Einwohner, nämlich - je nach Zählung - 12 bis
16 Millionen. Seit dem Ende des Bürgerkriegs ist Angola auf dem Weg
zur Regionalmacht mit hohen Wachstumsraten.
Features
Die Wahl
Acht Millionen Angolaner entscheiden über die Aufteilung der 220 Sitze im Parlament. Zur Wahl stellen sich 14 Parteien. Die größten Chancen hat die Regierungspartei MPLA. Die letzten Wahlen fanden in Angola 1992 statt.
Angola
Das Land gilt als eines der aufstrebendsten Länder des afrikanischen Kontinents.
Öl- und Diamanten machen Angola zu einem reichen Land, trotzdem leben zwei Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.
2008 hat Angola Nigeria als bisher größter Erdölproduzent Afrikas überholt.












