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Zuletzt aktualisiert: 30.08.2008 um 18:20 UhrKommentare

McCains Überraschungscoup beherrscht US-Wahlkampf

Die unerfahrene Sarah Palin wird Kandidatin für die republikanische Vizepräsidentschaft.

McCain und Palin

Foto © ReutersMcCain und Palin

Kurz vor dem Nominierungsparteitag der Republikaner sorgt die überraschende Ernennung der jungen Gouverneurin Sarah Palin zur Vizekandidatin weiter für Aufregung im US-Wahlkampf. Die 44-Jährige brach an der Seite von Spitzenbewerber John McCain (72) zu einer Busreise durch mehrere Staaten auf dem Weg nach Minneapolis-St. Paul (Minnesota) auf, wo sich am Montag die Republikaner für vier Tage treffen wollen. Die von McCains Entscheidung völlig überraschten Demokraten kritisierten die Wahl Palins, die seit zwei Jahren Gouverneurin von Alaska ist und darüber hinaus keine weitere politische Erfahrung hat. Zugleich würdigten sie aber ihre Ernennung als Durchbruch für die Frauen.

Verwunderung Nach Medienberichten vom Samstag äußerten sich auch republikanische Strategen hinter den Kulissen "verwundert" über McCains Schritt. Angesichts von Palins Unerfahrenheit werde das bisherige Argument "zerstört", dass Obama wegen seiner erst vierjährigen Amtszeit als Senator als Präsident ungeeignet sei, zitierte die "Washington Post" einen Experten.

Gratulation. Obama selbst milderte in einer gemeinsamen Erklärung mit seinem Vizekandidaten Joe Biden eine erste kritische Stellungnahme aus seinem Wahlkampflager ab. Darin hatte sich Obamas Sprecher Bill Burton darüber mokiert, dass Palin vor ihrer Wahl zur Gouverneurin nichts anderes als Bürgermeisterin eines Dorfes mit 9.000 Einwohnern gewesen sei. In der gemeinsamen Erklärung gratulierten Obama und Biden Palin nun zur ihrer Berufung und sprachen von einem ermutigenden Zeichen, "dass alte Barrieren in der Politik fallen". Bei allen politischen Differenzen sei Palin eine "bewundernswerte Persönlichkeit" und werde eine "fesselnde neue Stimme" in McCains Wahlkampf sein.

Glückwunsch. Auch die Ex-First Lady Hillary Clinton beglückwünschte Palin und erklärte: "Wir sollten alle stolz auf die historische Nominierung von Gouverneurin Sarah Palin sein." Die Politik des Gespanns McCain und Palin würde zwar das Land in eine falsche Richtung bringen, fuhr Clinton fort, "aber der Debatte wird durch Gouverneurin Palin eine wichtige neue Stimme hinzugefügt".

Fernseh-Werbespot. Zugleich starteten die Demokraten einen Fernseh-Werbespot, in dem darauf verwiesen wird, dass Palins Berufung nichts daran ändere, dass McCain nicht für politischen Wandel stehe. Es bleibe dabei, dass er die alte Politik von Präsident George W. Bush fortsetzen wolle.


Historisch

McCains Entscheidung bedeutet, dass die Präsidentschaftswahl am 4. November auf jeden Fall einen Ausgang von historischer Bedeutung haben wird: Entweder wählen die Amerikaner erstmals einen Präsidenten dunkler Hautfarbe oder erstmals eine Frau ins Amt des Vizepräsidenten.

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