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Zuletzt aktualisiert: 26.08.2008 um 07:51 UhrKommentare

Michelle ist der "Fels" von Obama

Michelle Obama (44) könnte erste farbige "First Lady" der USA werden.

Foto © Reuters

Sie war einer der ersten Redner beim Parteitag der Demokraten in Denver. Und Michelle Obama tat, was alle Gattinnen amerikanischer Spitzenpolitiker in Wahlkämpfen tun: Sie hielt eine überschwängliche Lobesrede auf den Menschen, den Gatten, den Familienvater. Kuriose Anekdoten, die sie schon bei ein paar Wahlauftritten zum Besten gegeben hatte, vermied Barack Obamas Gattin am Montagabend.

Aus Patzern gelernt. Noch vor kurzem hatte sie etwa erzählt, dass der Herr Gemahl schlampig sei und überall im Haus seine Socken liegen lasse. "Ich will kein unrealistisches Bild von uns malen", meinte sie damals. Aus den Patzern hat sie gelernt. Die Frau, die die erste schwarze First Lady der USA werden könnte, bewegt sich jetzt entspannt in der Öffentlichkeit.

Nicht zu übersehen. Zu übersehen ist die 44-Jährige nicht. 1,80 Meter groß, elegant, durchtrainiert - sie stehe jeden Tag um 4.30 Uhr auf, um Frühsport zu machen, sagt sie. Disziplin und eiserner Wille gehörten von jeher zu den Eigenschaften von Michelle Obama. Aufgewachsen ist sie in einfachen Verhältnissen in der South Side Chicagos, dem armen Schwarzenviertel. Ihr Vater war Schlosser, die Mutter Sekretärin.

Sozialer Aufstieg. An einen sozialen Aufstieg habe sie zunächst nicht geglaubt, bekannte Michelle Obama. Nirgendwo sei es ihr so bewusst geworden, was es heißt, eine Schwarze zu sein, wie in ihrer Zeit an der Eliteuniversität Princeton. Egal wie "liberal und offen die weißen Professoren und Studenten" waren, sie selbst habe sich auf dem Campus stets nur als "Besucherin" gefühlt.

Heirat. Nach dem Studium trat sie in ein renommiertes Anwaltsbüro in Chicago ein, dort lernte sie auch ihren Mann kennen. Barack Obama wurde ihr damals als Praktikant zugewiesen. 1992 heiratete das Paar. Später gab sie den Job in der Anwaltspraxis auf. 1998 und 2001 wurden die Töchter Malia und Sasha geboren.

Zunächst skeptisch. Die Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur ihres Mannes habe sie zunächst skeptisch beurteilt, sagt sie - und trat prompt in einige Fettnäpfchen. Zum Beispiel mit der Äußerung, sie sei jetzt erstmals richtig stolz auf ihr Land. "Unpatriotisch", zürnten Kritiker. Aber Barack Obama nennt sie seinen "Fels". Sie sei der Mensch, mit dem er alles berede.

ERNST HEINRICH

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