Countdown in den USA: Vier Wochen bis zur Präsidentenwahl
Einen Monat vor den Präsidentschaftswahlen am 4. November dominiert die Finanzmarktkrise den Wahlkampf in den USA.

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Sowohl der demokratische Kandidat Barack Obama als auch der
Republikaner John McCain haben den Kongress zu einer schnellen
Zustimmung für das 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket für die
Finanzbranche aufgerufen. Obama mit seiner Kampagne des Wandels kann
die Krisenstimmung offenbar besser nützen, in allen aktuellen
Umfragen zieht er McCain deutlich davon. Uneinholbar ist er damit
aber nicht. Mit Spannung erwartet werden daher die zwei ausstehen
TV-Konfrontationen der Präsidentschaftskandidaten.
Hilfspaket.
Sowohl Obama wie auch McCain stimmten im Senat für das
milliardenschwere Hilfspaket. Obama vertritt im US-Oberhaus den
Bundesstaat Illinois, McCain Arizona. Auch Joe Biden, der
demokratische Kandidat für das Vize-Präsidentenamt und Senator für
Delaware, schloss sich an. Trotz der Einigkeit der Kandidaten über
das Rettungspaket haben die dramatischen Entwicklungen im
US-Finanzsektor den Ton im Wahlkampf verschärft. In den Mittelpunkt
rückte die Wirtschaftskompetenz der Bewerber um das Präsidentenamt.
Vorwürfe.
Dass McCain am Tag der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers
erklärt hatte, die US-Wirtschaft sei im Grunde stark, kommentierten
die Demokraten sofort mit einem neuen TV-Spot mit der Frage: "Wie
kann John McCain unsere Wirtschaft reparieren, wenn er nicht
versteht, dass sie kaputt ist?" Obama warf seinem republikanischen
Rivalen außerdem vor, seit 20 Jahren gegen eine Regulierung des
Finanzsystems gekämpft zu haben. Auch McCain versprach, "Gier und
Korruption" an der Wall Street auszumerzen - wirkte dabei aber nicht
zuletzt deshalb weniger glaubwürdig, weil es die Vertreter seiner
Partei im Repräsentantenhaus waren, die zu zwei Drittel gegen das
Hilfspaket für die Finanzbranche stimmten, während eine Mehrheit der
Demokraten dafür war.
Thema Nummer eins.
Dass das Thema Wirtschaft den Wählern am Herzen liegt, zeigte eine
schon Anfang September eine von CNN durchgeführte Telefonumfrage.
Dort hatten 56 Prozent der Befragten "die Wirtschaft" als wichtigstes
Anliegen bei ihrer Wahlentscheidung genannt. "Nichts zu tun ist keine
Alternative", warb McCain daher für den Rettungsplan der Regierung.
"Das ist nicht die Zeit, sich als Politiker Sorgen um die nächste
Wahl zu machen", erklärte auch Obama seinen Anhängern. "Es ist für
uns alle Zeit, uns Sorgen um die Zukunft des Landes zu machen, das
wir lieben. Es ist Zeit zu handeln."
Das nächste TV-Duell.
Am Dienstagabend (Ortszeit) stellen sich Obama und McCain in
Nashville (im US-Staat Tennessee) direkt den Fragen der Wähler. Die
letzte Debatte mit CBS-Moderator Bob Schieffer am 15. Oktober in
Hempstead (New York) wird sich dann auf die Innenpolitik
konzentrieren. Schieffer leitete schon 2004 das TV-Duell zwischen
George W. Bush and Senator John Kerry.
Das erste TV-Duell zwischen Obama und McCain - nur Tage vor dem
größten Einbruch des Dow Jones-Index in der US-Geschichte - hatte
keiner der beiden klar für sich nutzen können. Lösungsvorschläge für
die Finanzmarktkrise blieben beide Bewerber um das US-Präsidentenamt
schuldig. Beim Krieg im Irak und der US-Politik gegenüber dem Iran
gingen die Meinungen zwar wie erwartet auseinander, aber ein klarer
Sieger ließ sich nach Ende des Streitgesprächs nicht ausmachen.
Selbst Obama, der als charismatischer Redner bekannt ist, gab
ungewohnt langatmige Antworten.












