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Zuletzt aktualisiert: 04.10.2008 um 22:28 UhrKommentare

Countdown in den USA: Vier Wochen bis zur Präsidentenwahl

Einen Monat vor den Präsidentschaftswahlen am 4. November dominiert die Finanzmarktkrise den Wahlkampf in den USA.

Foto © Reuters

Sowohl der demokratische Kandidat Barack Obama als auch der Republikaner John McCain haben den Kongress zu einer schnellen Zustimmung für das 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket für die Finanzbranche aufgerufen. Obama mit seiner Kampagne des Wandels kann die Krisenstimmung offenbar besser nützen, in allen aktuellen Umfragen zieht er McCain deutlich davon. Uneinholbar ist er damit aber nicht. Mit Spannung erwartet werden daher die zwei ausstehen TV-Konfrontationen der Präsidentschaftskandidaten.

Hilfspaket. Sowohl Obama wie auch McCain stimmten im Senat für das milliardenschwere Hilfspaket. Obama vertritt im US-Oberhaus den Bundesstaat Illinois, McCain Arizona. Auch Joe Biden, der demokratische Kandidat für das Vize-Präsidentenamt und Senator für Delaware, schloss sich an. Trotz der Einigkeit der Kandidaten über das Rettungspaket haben die dramatischen Entwicklungen im US-Finanzsektor den Ton im Wahlkampf verschärft. In den Mittelpunkt rückte die Wirtschaftskompetenz der Bewerber um das Präsidentenamt.

Vorwürfe. Dass McCain am Tag der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers erklärt hatte, die US-Wirtschaft sei im Grunde stark, kommentierten die Demokraten sofort mit einem neuen TV-Spot mit der Frage: "Wie kann John McCain unsere Wirtschaft reparieren, wenn er nicht versteht, dass sie kaputt ist?" Obama warf seinem republikanischen Rivalen außerdem vor, seit 20 Jahren gegen eine Regulierung des Finanzsystems gekämpft zu haben. Auch McCain versprach, "Gier und Korruption" an der Wall Street auszumerzen - wirkte dabei aber nicht zuletzt deshalb weniger glaubwürdig, weil es die Vertreter seiner Partei im Repräsentantenhaus waren, die zu zwei Drittel gegen das Hilfspaket für die Finanzbranche stimmten, während eine Mehrheit der Demokraten dafür war.

Thema Nummer eins. Dass das Thema Wirtschaft den Wählern am Herzen liegt, zeigte eine schon Anfang September eine von CNN durchgeführte Telefonumfrage. Dort hatten 56 Prozent der Befragten "die Wirtschaft" als wichtigstes Anliegen bei ihrer Wahlentscheidung genannt. "Nichts zu tun ist keine Alternative", warb McCain daher für den Rettungsplan der Regierung. "Das ist nicht die Zeit, sich als Politiker Sorgen um die nächste Wahl zu machen", erklärte auch Obama seinen Anhängern. "Es ist für uns alle Zeit, uns Sorgen um die Zukunft des Landes zu machen, das wir lieben. Es ist Zeit zu handeln."

Das nächste TV-Duell. Am Dienstagabend (Ortszeit) stellen sich Obama und McCain in Nashville (im US-Staat Tennessee) direkt den Fragen der Wähler. Die letzte Debatte mit CBS-Moderator Bob Schieffer am 15. Oktober in Hempstead (New York) wird sich dann auf die Innenpolitik konzentrieren. Schieffer leitete schon 2004 das TV-Duell zwischen George W. Bush and Senator John Kerry. Das erste TV-Duell zwischen Obama und McCain - nur Tage vor dem größten Einbruch des Dow Jones-Index in der US-Geschichte - hatte keiner der beiden klar für sich nutzen können. Lösungsvorschläge für die Finanzmarktkrise blieben beide Bewerber um das US-Präsidentenamt schuldig. Beim Krieg im Irak und der US-Politik gegenüber dem Iran gingen die Meinungen zwar wie erwartet auseinander, aber ein klarer Sieger ließ sich nach Ende des Streitgesprächs nicht ausmachen. Selbst Obama, der als charismatischer Redner bekannt ist, gab ungewohnt langatmige Antworten.


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