Obama besucht überraschend Afghanistan und Irak
Zum Auftakt seiner umfassenden Auslandsreise ist der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama am Samstag in Afghanistan eingetroffen.

Foto © APObama in Afghanistan
Obama sei am Nachmittag (Ortszeit) nach einem Zwischenaufenthalt in Kuwait in
Kabul gelandet, teilte ein Sprecher mit. Der Senator von Illinois
wird von dem demokratischen Senator Jack Reed von Rhode Island und
dem republikanischen Senator Chuck Hagel von Nebraska begleitet. Es
ist sein erster Besuch in Afghanistan, wo 36.000 US-Soldaten
stationiert sind. Anschließend will er in den Irak weiterfliegen, wo
sich am Samstag der britische Premierminister Gordon Brown aufhielt.
Vorwurf.
Obamas republikanischer Widersacher Senator John McCain hatte dem
Demokraten zuletzt mangelndes Interesse an der Afghanistan-Frage
vorgeworfen. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in den
vergangenen Monaten kontinuierlich verschlechtert. Wegen der
verstärkten Taliban-Offensive erwägen die USA, ihre Truppen in dem
Land noch heuer aufzustocken.
Stützpunkt aufgelöst.
Nach einem schweren Angriff von Taliban-Kämpfern auf einen
US-Außenposten hatte die NATO-geführte internationale Schutztruppe
ISAF vor wenigen Tagen ihren Stützpunkt in der ostafghanischen
Provinz Kunar aufgelöst. Die ISAF war nach der US-geführten
Militärintervention zum Sturz des islamistischen Taliban-Regimes Ende
2001 eingerichtet worden.
Nächste Ziele.
In den nächsten Tagen wird Obama auch in Israel, Palästina und
Jordanien erwartet. Am Donnerstag trifft er in Berlin ein. Auch
London und Paris stehen auf dem Programm seiner Reise. Die
Einzelheiten der Reise wurden aus Sicherheitsgründen bis zuletzt
geheim gehalten. Obama wird sich bei seinen Gesprächen in den
Hauptstädten erstmals detailliert zu seinen außenpolitischen
Vorstellungen äußern. Gegner des schwarzen Senators werfen ihm
Unerfahrenheit in internationalen Fragen vor.
Geplante Treffen.
Geplant sind Treffen Obamas mit dem afghanischen Präsidenten
Karzai und dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki. Er
wolle außerdem mit Vertretern der Streitkräfte sprechen und erfahren,
was in Afghanistan und im Irak die dringlichsten Probleme seien,
sagte der Senator vor seinem Abflug. Außerdem wolle er den Truppen
dort "für ihre heldenhafte Arbeit" danken. Er wolle mehr zuhören als
selbst reden, erklärte Obama und betonte, er reise als Senator in die
beiden Länder. Sein Sprecher Robert Gibbs stellte klar, der
Auslandsbesuch knapp vier Monate vor der Präsidentenwahl sei keine
Wahlkampfreise. Obama gehe es um substanzielle Treffen mit "unseren
Freunden und Verbündeten", bei denen gemeinsame Herausforderungen und
Gefahren für die Sicherheit im 21. Jahrhundert das Thema sein
sollten.
Features
Neue Pläne
In einem in der "New York Times" veröffentlichten Schreiben Obamas hatte es geheißen, der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten wolle 10.000 weitere US-Soldaten nach Afghanistan schicken...
Zitat
..."Als Präsident würde ich eine neue Strategie verfolgen und damit beginnen, mindestens zwei weitere Kampfbrigaden zur Unterstützung unserer Mission in Afghanistan bereitzustellen."











