Amtszeit war nur von kurzer Dauer
Wolfgang Schantl wurde als Gesundheits- und Sportlandesrat nach knapp drei Jahren abgelöst. Der Quereinsteiger war der SPÖ zu unpolitisch.
Am Freitag wird er im Kabeg-Aufsichtsrat die Neubesetzung des LKH-Aufsichtsrates noch mit beschließen. Die Details handelte er gestern im Beisein seines Nachfolgers mit BZÖ-Vertreter Martin Strutz aus. Auch nächste Woche, wenn die SPÖ-Rochaden in einer Sonderlandtagssitzung über die Bühne gehen werden, will er "im Sinne einer ordentlichen Amtsübergabe" mit dabei sein: Wolfgang Schantl geht mit ein bisserl Wehmut, aber mit viel Anstand.
Rücktritt von Schaunig. Nach dem Rücktritt von Gaby Schaunig hat er sein politisches Schicksal in die Hand des neuen SPÖ-Chefs Reinhart Rohr gelegt, der sich gegen ihn entschied und Peter Kaiser als neuen Landesrat in die Regierung holte. Schantl war seiner Partei zu unpolitisch. Das politische Leben des Quereinsteigers währte nur knapp drei Jahre. Die Kritik am Gesundheits- und Sportlandesrat, den Schaunig am Tag ihrer Wahl aus dem Hut gezaubert hatte, setzte bald ein. Er habe sich gesträubt, parteipolitische Angriffe zu führen. So erzählt es jetzt ein Partei-Grande. Schantl dementiert: Parteipolitik sei ein wesentlicher Teil gewesen, "wenn auch nicht so pointiert". Für ihn sei die "Sache im Vordergrund" gestanden.
Starke Foto-Präsenz. In der Sache Gesundheitspolitik, die ihm als Arzt besonders gelegen haben sollte, trat Schantl aber sehr zurückhaltend auf. Es gab von ihm kaum Beiträge zur hitzigen Reform- und Krankenkassen-Diskussion. Auch beim großen LKH-Bereich trat er nie als Wortführer in Erscheinung. Ihm hier Versäumnisse anzulasten, empfindet Schantl als "extrem ungerecht". Den Ausbau der Gailtalklinik und der Lymphklinik in Wolfsberg nimmt er für sich in Anspruch: er habe den Durchbruch beim Hauptverband erzielt. Nicht zu nehmen sind ihm die Kooperationsverträge mit den geistlichen Spitälern. Besonders engagiert war Schantl in der Prävention. Er übergibt 77 "Gesunde Gemeinden", die sich den Vorbeugeprogrammen verschrieben haben. Die Präsentation einer europaweiten Premiere muss Schantl seinem Nachfolger überlassen: einen Gesundheitsbericht, der sich über alle gesellschaftlichen Bereiche erstreckt. Schantls Herzensanliegen war unübersehbar der Sport, der ihm die stärkste öffentliche Präsenz einbrachte. Hunderte Fotos in den Zeitungen sind Beleg dafür. Beim größten Sportthema stand er aber im Abseits: beim FC Austria Kärnten. "Ich wollte Referent für 1600 Sportvereine und nicht für einen Verein sein", so Schantl.
Parteifreundin. Er sei im Sport sehr gut angekommen, meint auch eine Parteifreundin. Sie versteht Rohrs Entscheidung nicht.












