Parlamentarier in Warteschleife
Mit elf Abgeordneten ist Kärnten derzeit im Parlament in Wien vertreten. Wer bleiben und wer abgelöst werden soll, darüber wird jetzt spekuliert.

Foto © APAChristine Muttonen (SPÖ)
Natürlich, einen Fixplatz im Parlament gibt es nicht, denn entscheidend für die Mandatszahl ist das Votum der Kärntner Wähler am 28. September. Die Kleine Zeitung fragte in den Parteizentralen nach, wer von den jetzigen elf Kärntener Nationalratsabgeordneten Chancen hat, von der Partei neuerlich nominiert zu werden. Die Ausgangslage: SPÖ und BZÖ haben je vier Sitze, ÖVP zwei, FPÖ einen. Abschiedsgelüste sind von keinem bekannt.
Die meisten Fragezeichen zeigen sich derzeit in der SPÖ. Christine Muttonen, 2006 war sie Kärntner Spitzenkandidatin, Melitta Trunk, Gerhard Köfer und Peter Stauber besetzen die Kärntner SPÖ-Mandate. Mit Chancen auf Fortsetzung? Landesgeschäftsführer Gerald Passegger hält sich bedeckt, verweist auf das Procedere: Zuerst erstellen die Bezirke ihre Wahlvorschläge, dann stimmen sich die Bezirke auf eine Wahlkreisliste ab, schlussendlich fixiert der Landesparteivorstand die Landesliste. "Ich kann noch nichts sagen."
Das Procedere der Listenerstellung ist in den anderen Parteien das gleiche, Fragezeichen gibt es aber weniger. Der geschäftsführende BZÖ-Chef Stefan Petzner deponiert bereits: "Unsere drei Musketiere Josef Bucher - zuletzt Spitzenkandidat, Sigisbert Dolinschek und Gernot Darmann haben im Parlament sehr gute Arbeit geleistet, das wird bei der Listenerstellung sicher berücksichtigt." Der vierte Kärntner im Parlament, allerdings auf einem Bundesmandat, ist Veit Schalle. Sorge, dass keiner der Kärntner einen Parlamentssitz ergattern könnte, weil das BZÖ den Einzug nicht schafft, hat Petzner nicht. Er geht gar von einem zweistelligen Ergebnis aus und betont: "Das BZÖ Kärnten wird seinen Beitrag leisten, dass das BZÖ wieder im Parlament vertreten ist." Damit ist wohl mit vollem Wahlkampf-Einsatz von Jörg Haider zu rechnen.
In der ÖVP sieht Geschäftsführer Achill Rumpold "auf alle Fälle gute Chancen, dass Klaus Auer und Gabriel Obernosterer", der Spitzenkandidat von 2006, wieder in den Nationalrat einziehen. Wirtschaftsbund-Obmann Franz Pacher hat sich bereits für Obernosterer als neuerlichen Spitzenkandidaten ausgesprochen.
Mit "alter Besetzung" ist auch in der Kärntner FPÖ zu rechnen. Parteichef Franz Schwager will wieder Karlheinz Klement als Spitzenkandidat vorschlagen.
Grünen-Chef Rolf Holub wartet ab, "wer Lust hätte, nach Wien zu gehen". Matthias Köchl, Spitzenkandidat 2006, verpasste das Mandat damals ganz knapp.
Features
Foto

Karlheinz Klement (FPÖ)Foto © APA
Foto

Josef Bucher (BZÖ)Foto © APA
Foto

Gabriel Obernosterer (ÖVP)Foto © APA












