Treibstoffpreise: Haider kündigt Volksbegehren und OMV-Boykott an
Um dem Anstieg der Treibstoff- und Heizölpreise entgegenzuwirken will der Kärntner LH eine überparteiliche Plattform ins Leben rufen.

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Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (B)
will mit Hilfe zweier österreichweiter Initiativen dem dramatischen
Anstieg der Treibstoffpreise entgegenwirken. Im Gespräch mit der Austria Presse Agentur
kündigte er am Wochenende ein Volksbegehren mit den Forderungen nach
amtlicher Preisregelung, einer Senkung der Mineralölsteuer und
Rücknahme der Steuererhöhung auf Heizöl an. Gleichzeitig ruft Haider
zum Boykott der OMV-Tankstellen auf, um den Konzern zu einer
Reduktion der Spritpreise zu zwingen.
"Ende setzen".
Für sein Volksbegehren will der Kärntner Landeschef eine
überparteiliche Plattform all jener ins Leben rufen, die "dem
Preiswucher und der unverschämten Ausbeutung der Autofahrer ein Ende
setzen wollen". Er baue vor allem auf die Autofahrerclubs, die
Arbeitnehmervertreter, die Seniorenorganisationen, Betriebsräte sowie
auf Abgeordnete quer durch alle Parteien. "Ich bin zuversichtlich,
viele Unterstützer für den Antrag auf Einleitung des Volksbegehrens
zu finden", sagte Haider. Ebenso optimistisch ist der Landeshauptmann
auch im Hinblick auf den Ausgang der Volksinitiative: "Es werden mit
Sicherheit hunderttausende Österreicherinnen und Österreicher
unterschreiben."
Ziel: Preisstopp.
Zu den Forderungen im geplanten Volksbegehren erläuterte Haider,
das Gesetz biete die Möglichkeit, einen amtlichen Preisstopp für
Benzin und Diesel zu verfügen und einen Höchstpreis festzulegen. Das
EU-Land Luxemburg habe genau dies praktiziert und auch im EU-Land
Slowenien sorge eine amtliche Regulierung dafür, dass die Preise von
Diesel und Eurosuper an allen Tankstellen des Landes gleich hoch
seien.
"Bodenlose Frechheit".
In Österreich werde hingegen je nach Gutdünken verfahren: So werde
an den Zapfsäulen in der Nähe zur slowenischen Grenze oder von
Billigtankstellen des Landes Kärnten der Sprit günstiger abgegeben
als in anderen Regionen. Und dass die Preise an verlängerten
Wochenenden oder zu Beginn der Ferienzeit automatisch in die Höhe
schnellten, sei ohnehin "eine bodenlose Frechheit", betonte Haider:
"Wenn in Luxemburg und Slowenien eine Preisregulierung möglich ist,
warum dann nicht auch in Österreich?"
Vorwurf.
Überhaupt nichts abgewinnen kann Haider dem Argument des
zuständigen ÖVP-Wirtschaftsministers Martin Bartenstein, dass in
Österreich "die Preise ohnehin marktgerecht" seien: "Was für Sie
marktgerecht ist, Herr Minister, können sich viele Autofahrer schon
nicht mehr leisten!"
Luxusgüter.
Haider erinnerte daran, dass fast die Hälfte des hohes
Spritpreises "ausschließlich aus Steuern" bestehe. Während nämlich
die EU-Mindestbesteuerung für Benzin bei 35,9 Cent je Liter liege,
mache die Mineralölsteuer in Österreich 44,2 Cent aus. Bei Diesel
liege die Mindestbesteuerung bei 30,2 Cent, in Österreich hingegen
bei 34,7 Cent. Haider: "Eine Rücknahme der Mineralölsteuererhöhung
vom Juli 2007 würde eine Preisminderung von 3,6 Cent pro Liter Benzin
und von sechs Cent je Liter Diesel bewirken." Ebenso müsse die jetzt
vollzogene Erhöhung der Mineralölsteuer auf Heizöl zurückgenommen
werden. Haider: "Autofahren und Heizen sind heute in Österreich
Luxus."












