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Zuletzt aktualisiert: 05.07.2008 um 20:36 UhrKommentare

"Frust bei Funktionären ist deutlich zu spüren"

Peter Stauber, neuer Bezirkschef der SPÖ Wolfsberg, über die Krise seiner Partei, den Umgang mit seinem Vorgänger Markut und seine Zukunft.

Karl Markut (Zweiter von links) warf das Handtuch, Stauber (Dritter von links) folgt ihm nach. Peter Schlagholz (links) ist Spitzenkandidat

Foto © FriedlKarl Markut (Zweiter von links) warf das Handtuch, Stauber (Dritter von links) folgt ihm nach. Peter Schlagholz (links) ist Spitzenkandidat

Sie wurden am Dienstag zum Nachfolger von Karl Markut als SPÖ-Bezirksparteiobmann gekürt. Aber eigentlich waren sie sich bis kurz vor der Wahl nicht sicher, ob Sie überhaupt antreten werden. Warum haben Sie sich schlussendlich doch aufstellen lassen?
PETER STAUBER: Ich hatte gesundheitliche Probleme. Und deshalb musste ich diese Frage zuerst mit meinen Ärzten abklären. Und meine Kollegen haben mich intensiv darum gebeten, wenigstens bis zum nächsten ordentlichen Bezirksparteitag, den es in rund zwei Jahren geben wird, dieses Amt zu übernehmen. Diesem Wunsch habe ich mich nicht verschlossen.

Bei der Wahl am Dienstag hat es von Ihrem Gegenkandidaten Horst Friedl Kritik gegeben. Sie seien als möglicher Bezirkschef "plötzlich aus dem Hut gezaubert worden". Hat der Parteitag der SPÖ im Tal einen weiteren Riss zugefügt?
STAUBER: Nein, überhaupt nicht. Ich habe mit dem Reichenfelser Bürgermeister Horst Friedl das beste Einvernehmen. Es war gut, dass es zwei Kandidaten gegeben hat.

Was wird der Stauber nicht noch alles machen? Bürgermeister, Nationalrat - und jetzt auch noch Bezirksparteiobmann. Was antworten Sie auf diese Frage, die von vielen in der SPÖ gestellt wird?
STAUBER: Wie gesagt, den Bezirksvorsitz habe ich nur vorübergehend angenommen. Das war der Wunsch vom Oberen bis zum Unteren Lavanttal, dem ich nachgekommen bin. Zudem ist diese Position ehrenamtlich, dafür bekomme ich keinen Cent. Es ist nur zusätzliche Arbeit, die ich aber gerne mache. Ich wollte die Partei in dieser schwierigen Lage nicht im Stich lassen.

Stichwort "schwierige Lage": Die Sozialdemokraten machen derzeit nicht gerade rosige Zeiten durch. Woran liegt das?
STAUBER: Es stimmt. Der Frust bei den Funktionären ist deutlich zu spüren, mit der derzeitigen politischen Situation hat keiner wirklich Freude. Auch, wie man mit Karl Markut umgesprungen ist, war nicht die feine englische Art. Deshalb wurde der Punkt auch beim Bezirksparteitag kritisiert. Die Sache wurde ausgesprochen, ausgeredet, und ist somit erledigt.

Auf Bundesebene wird bereits über Neuwahlen im Herbst spekuliert. Wird es dann wieder einen Nationalrats-Kandidaten Peter Stauber geben?
STAUBER: Darüber mache ich mir wirklich noch keine Gedanken. Oberste Priorität hat bei mir das Amt des Bürgermeisters von St. Andrä. Was die Bundespolitik betrifft, werde ich schauen, wie es weiter geht.

Ihre erklärten Ziele als Bezirksparteiobmann?
STAUBER: In einigen Punkten müssen die Bezirke und das Land gemeinsam auftreten. Zum Beispiel gegen die hohen Spritpreise. Wir haben viele Pendler im Tal, die zum Beispiel nach Klagenfurt oder Graz zur Arbeit fahren. Für diese Menschen müssen wir uns einsetzen. Auch in Bezug auf die allgemeinen Preiserhöhungen. Speziell möchte ich mich aber dem leistbaren Wohnen widmen. Es muss möglich sein, die Mietkosten niedrig zu halten. Eine weitere Mieterhöhung, wie sie im Herbst ansteht, ist den Menschen nicht mehr zuzumuten. Die Wohnbauförderungs-Mittel, die vom Bund ausgezahlt werden, werden scheinbar für alles verwendet, nur nicht für tatsächliche Wohnbauförderung.

Und wie soll die Zusammenarbeit auf Gemeindeebene funktionieren?
STAUBER: Gemeinsam mit allen Bürgermeistern müssen wir jene Infrastruktur schaffen, die notwendig ist. So etwas, wie bei der Firma Kohlbach, die nun in Bleiburg erweitert, darf uns nicht mehr passieren. Aber auch da muss ich sagen, dass die Politik im Lavanttal alles unternommen hat, um das zu verhindern.

Wie werden Sie die Bezirkspartei in knapp zwei Jahren an Ihren Nachfolger übergeben?
STAUBER: Ich will eine junge Truppe aufbauen, die mit Engagement weiterarbeiten wird.

CHRISTIAN WETTERNIG

Funktionen

Peter Stauber ist seit rund elf Jahren Bürgermeister von St. Andrä, Nationalratsab-
geordneter, Bezirkspartei-
chef
. Seinen Job als Lehrer hat Stauber mit Antritt seines Bürgermeisteramtes aufgegeben.

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"Bin ein Übergangsbezirkschef", sagt Peter Stauber, der zum Nachfolger von Karl Markut gewählt wurdeFoto © Friedl

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