Estag lässt Kartenaffäre von der Revision prüfen
Weitergabe von teuren Fußball-VIP-Tickets könnte gegen das Strafrecht verstoßen.

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Nach Bekanntwerden der "Kartenaffäre" in der Energie-Steiermark-Tochterfirma Gas-Wärme gehen sowohl in der Bevölkerung als auch im Energiekonzern die Wogen hoch. Wie berichtet hat die Energiefirma Tickets für die Euro '08 um zumindest 98.000 Euro erworben und nach eigenen Angaben an "maßgebliche Industrie- und Großkunden" verteilt.
Verschiedene Versionen. Offiziell gibt es zwar keine Reaktionen, intern dürfte die Sache aber für ordentlichen Wirbel sorgen. Nach Informationen der Kleinen Zeitung hat der Holding-Vorstand die interne Revision eingeschaltet, um die Angelegenheit prüfen zu lassen. Geklärt werden soll vor allem, wer nun tatsächlich in den Genuss der kostenlosen VIP-Tickets gekommen ist. Es sollen verschiedene Versionen kursieren. Nach Ansicht von Juristen könnten auch die seit Jahresanfang geltenden Anti-Korruptions-Bestimmungen im Strafrecht berührt sein. Als Geringfügigkeitsgrenze für Geschenkannahme werden dort rund 100 Euro angenommen. Der Durchschnittspreis der VIP-Karten liegt jedoch bei 1000 Euro netto.
Pikant. Fraglich ist auch, ob die Gas-Wärme alle Karten selbst verteilt hat oder einen Teil der Tickets an die Stromfirma Steweag-Steg (SSG) weitergab. Dies wäre besonders pikant, da die SSG mit Anfang Juli eben erst die Stromtarife angehoben hat.
Uefa-Rechnung. Tatsache ist, dass die Uefa zwei Rechnungen über jeweils 49.039,20 Euro ausgestellt hat - eine am 18. Juni 2007, die zweite am 6. Dezember des Vorjahres. Beide Rechnungen sind an die "Steirische Gas-Wärme GmbH" adressiert.
Wenig Verständnis. In der Bevölkerung stößt der opulente Kartenkauf auf wenig Verständnis. Auch im Landtag war die Affäre gestern ein Thema: ÖVP-Klubobmann Christopher Drexler warf SPÖ-Landeshauptmann Franz Voves vor, dieser habe unter Federführung von Aufsichtsratspräsident Peter Schachner "in der Estag ein Luxus-Resort einrichten lassen".












