Bures will Bezahlung der Beamten auf den Kopf stellen
Nebengebühren werden weitgehend eingeschränkt und ein neues Besoldungsschema mit neuem Dienstrecht geplant.

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Beamtenministerin Doris Bures (S) will die Bezahlung der Beamten auf den Kopf stellen. Einerseits werden die sogenannten Nebengebühren weitgehend eingeschränkt, Verhandlungen darüber laufen derzeit und sollen bis September abgeschlossen werden. Andererseits will sie mit dem geplanten neuen, einheitlichen Dienstrecht für Beamte und Vertragsbedienstete auch ein neues Besoldungsrecht schaffen, das höhere Einstiegsgehälter, aber dann geringere Steigerungen und damit niedrigere Endgehälter vorsieht. Die Verhandlungen darüber sollen demnächst beginnen.
Fakten
In einem weiteren Schritt plant die Ministerin dann mit dem geplanten neuen Besoldungsschema ein weitgehendes Aus der Nebengebühren. "Eine faire, vernünftige Entlohnung kommt weitgehend ohne Nebengebühren aus."
"Kernkatalog".
Von den ursprünglich insgesamt 625 Nebengebühren hat Bures bereits
vor einem Jahr knapp ein Viertel (152 Titel) gestrichen. Nun sollen
diese Zulagen, die besondere Leistungen, Belastungen oder Gefahren
abdecken sollen, weiter radikal gekürzt werden. Im Oktober sollen
jene Nebengebühren, die in allen Ressorts vorkommen, in einem
"Kernkatalog" zusammengefasst werden. Dadurch werden weitere 228
Titel wegfallen, wodurch vorerst noch rund 240 Nebengebühren-Titel
übrig bleiben werden, die mit den Ressorts noch zu verhandeln sein
werden. Bei der Erarbeitung dieses Kernkatalogs werden
Zusammenfassungen und Vereinfachungen der Nebengebühren-Arbeitstitel
in einer Kategorie bzw. in einem Berufsbild gemacht.
Vereinfachung.
"Jetzt wird der Dschungel weiter durchforstet", stellt Bures
gegenüber der APA fest. Als Beispiel nannte die Ministerin etwa die
Milchpauschale, die z.B. beim Umgang mit bleihältigen Substanzen,
Fotochemikalien, Druckerschwärze oder Reinigungsmitteln bis zu 21
Euro monatlich ausmacht. Da schon seit langem wissenschaftlich
erwiesen ist, dass der Genuss von Milch sogar kontraproduktiv bei
derartigen Beeinträchtigungen auf den Organismus wirkt, wird diese
Pauschale abgeschafft. Bei der Schreibzulage wird etwa die
Tiefengliederung in "erheblich" bzw. "besonders über der
Normalleistung" gestrichen. Eine drastische Vereinfachung wird es
auch bei der "Baumsteigerzulage" für die Arbeit in Bundesgärten
geben, die derzeit mit oder ohne Motorsäge sowie in "Schattieren und
Abschattieren" differenziert, aber nur für 40 Bezieher ausgezahlt
wird. Für Bures ist der Verwaltungsaufwand dafür "geradezu absurd".
Besoldungsschema.
Das mit dem neuen Dienstrecht geplante neue Besoldungsschema soll
sich am Sparkassen-Kollektivvertrag orientieren. Derzeit bekommt ein
Beamter knapp vor der Pension ein mehr als doppelt so hohes Gehalt
als einer am Anfang seiner beruflichen Laufbahn. Das Verhältnis des
Einstiegs- zum Letztgehalt liegt bei beamteten Akademikern bei 1:2,3
und bei Maturanten bei 1:2,16. Bures strebt nun ein Verhältnis von
1:1,4 an, wie es etwa bei leitenden Sparkassen-Angestellten besteht.
Features
Fakten
Die Verhandlungen betreffen gut 450.000 Beamte und Vertragsbedienstete des Bundes, der Länder und Gemeinden.
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Es geht um jeden CentFoto © APA
Teuer
Jedes Prozent Gehaltserhöhung belastet die Budgets mit rund 103 Millionen Euro, rechnete Ministerin Bures vor.












