Druck auf Regierung von BZÖ und SPÖ Kärntens
Neben Haider verlangt auch SPÖ-Chefin Schaunig vom Bund einen amtlichen Preisstopp sowie weitere Maßnahmen. Landeshauptmann Haider erneuerte am Montag seine Forderungen an Wirtschaftsminister Bartenstein.

Foto © WeichselbraunAuch SPÖ-Chefin Schaunig verlangt vom Bund einen amtlichen Preisstopp
Der Druck auf die Bundesregierung aus Kärnten
in Sachen Treibstoffpreise wächst. Nach Landeshauptmann Jörg Haider
(BZÖ) verlangt auch SPÖ-Chefin Gaby Schaunig eine amtliche
Preisregelung sowie eine Reihe weiterer Maßnahmen gegen die hohen
Energiepreise. Haider erneuerte am Montag seine Forderungen an
Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP), der geschäftsführende
BZÖ-Landesobmann Stefan Petzner präsentierte gleichzeitig die zur
Unterschrift aufliegende Petition an den Nationalrat, auf welcher
unter dem Titel "Jetzt reicht's uns aber" Bundeskanzler Alfred
Gusenbauer (SPÖ) und sein Vize Wilhelm Molterer (ÖVP) als Ölscheichs
prangen.
Amtlicher Preisstopp.
In der Petition werden ein amtlicher Preisstopp, die Senkung der
Mineralölsteuer und der Verzicht auf die geplante Steuererhöhung auf
Heizöl gefordert. Sobald die zur Behandlung im Nationalrat
erforderlichen 2.000 Unterschriften gesammelt seien, werde die
Petition von den drei Kärntner BZÖ-Abgeordneten Josef Bucher,
Sigisbert Dolinschek und Gernot Darmann im Parlament eingebracht
werden, kündigte Petzner an. Dann müsse die Materie im zuständigen
Ausschuss behandelt werden "und Bartenstein wird dort sein Festhalten
am hohen Treibstoffpreis begründen müssen", so Haider. Jetzt sei es
leider so, dass der Minister "als begeisterter Anhänger der
globalisierten Wirtschaft keine Preissenkung" wolle.
Zum Handeln
verpflichtet.
Haider bekräftigte hingegen seine Auffassung, dass der
Wirtschaftsminister gemäß dem Preisgesetz aber zum Handeln
verpflichtet sei. Er bezog sich dabei auf Artikel II Paragraf 2, wo
es heißt: "Für Sachgüter, für die Lenkungs- oder
Bewirtschaftungsmaßnahmen gemäß der jeweils geltenden
bundesgesetzlichen Vorschriften getroffen werden ... kann die Behörde
für die Dauer dieser Maßnahmen volkswirtschaftlich gerechtfertigte
Preise bestimmen." Und exakt dies treffe auf Erdöl zu, argumentierte
Haider unter Verweis auf das Erdölbevorratungs- und Meldegesetz aus
dem Jahre 1982.
An Landeshauptleute.
Haider forderte daher Bartenstein auf, entweder selbst tätig zu
werden oder die Entscheidung über einen Preisstopp und eine
Höchstgrenze den Landeshauptleuten zu übertragen: "Ich verlange eine
formelle Entscheidung über diesen Antrag der Kärntner
Landesregierung."
Gesamtpaket.
Die hohen Energiepreise waren auch im Vorstand der Kärntner SPÖ
am Montag Thema. Beschlossen wurde ein ganzes Maßnahmen- und
Forderungspaket, von einer amtlichen Preisregelung für Treibstoffe
über eine Senkung der Mineralölsteuer und das Aussetzen der
Mehrwertsteuererhöhung bei Heizöl bis hin zu einer Strompreissenkung
bei der Kelag. Parteichefin Schaunig erklärte vor Journalisten, dass
"nur das Gesamtpaket Sinn macht", einzelne Maßnahmen würden zu kurz
greifen.
Antrag am Dienstag.
Der Bevölkerung solle ein "Energiekostenzuschuss" in der Höhe von
200 Euro gewährt werden, verlangte Schaunig, sie will am Dienstag in
der Sitzung der Landesregierung einen entsprechenden Antrag
einbringen. Dazu solle es einen "Strombonus" von 70 Euro geben, die
Kelag müsse die Strompreise senken, der Heizkostenzuschuss verdoppelt
und der Fahrtkostenzuschuss für Pendler erhöht werden. Weitere
Forderungen der Kärntner SPÖ an den Bund sind eine Negativsteuer für
Kleinverdiener und Pensionisten sowie ein Vorziehen der Steuerreform
auf den 1. Jänner 2009.













