Steigende Medikamentenkosten machen Kassen Sorge
Noch nie zuvor wurde so viel für Medikamente ausgegeben wie in diesem Jahr. 2008 werden die Kosten auf über drei Milliarden explodieren.

Foto © ReutersMedikamentenkosten steigen rasant an
Das endgültige Defizit der 19 Krankenkassen ist mit
344 Millionen Euro zwar um elf Millionen geringer ausgefallen als
noch im vorläufigen Ergebnis ausgewiesen. Und auch das Defizit für
das heuriger Jahr dürfte etwas niedriger ausfallen: Im Februar hatte
der Hauptverband noch mit 314 Mio. gerechnet, jetzt lautet die
Prognose 310 Mio. Minus.
Medikamentenkosten explodieren. Noch nicht eingerechnet sind dabei aber die
jetzt von der Politik geplanten Maßnahmen zur Kassensanierung.
Wirkliche Sorge bereitet dem Hauptverband vor allem der rasante
Anstieg der Medikamentenkosten. Die Medikamentenkosten sind im Vorjahr um 8,3 Prozent auf 2,84
Milliarden Euro gewachsen. Der Trend zur ungebremsten Mengen- und
Kostenexplosion geht im heurigen Jahr weiter. Allein in den ersten
vier Monaten des Jahres 2008 verzeichneten die Krankenkassen einen
Anstieg von 10,5 Prozent, insgesamt wird für das ganze heurige Jahr
ein Zuwachs von 6,8 Prozent auf über drei Mrd. Euro prognostiziert.
Sanierungspaket wichtig. Diese Zahlen machen für den Vorstandsvorsitzenden des Hauptverbandes,
Erich Laminger, deutlich, "wie wichtig es für die soziale
Krankenversicherung ist, das nun vorliegende Sanierungspaket der
Bundesregierung auch tatsächlich umzusetzen". "Konkret geht es
dabei", so Laminger, "ja um Maßnahmen zur Dämpfung der
Aufwandssteigerung und keineswegs um Leistungseinschränkungen".
Gebietskrankenkassen unter Druck. Denn ohne die rasche Umsetzung der jetzt besprochenen Maßnahmen
rechnen die 19 Krankenkassen für heuer mit einem Gesamtabgang von
minus 310 Millionen Euro. Besonders dramatisch ist dabei die
Entwicklung bei den Gebietskrankenkassen, die trotz der seit 1.
Jänner 2008 wirksamen Beitragserhöhung heuer allein ein Defizit von
zusammen 285 Millionen Euro erwarten. Von den neun
Gebietskrankenkassen ist es im vergangenen Jahr nur mehr der
oberösterreichischen Gebietskrankenkasse gelungen, mit einer
schwarzen Null (plus 0,2 Millionen Euro) abzuschließen.














