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Zuletzt aktualisiert: 16.05.2008 um 14:48 UhrKommentare

Steigende Medikamentenkosten machen Kassen Sorge

Noch nie zuvor wurde so viel für Medikamente ausgegeben wie in diesem Jahr. 2008 werden die Kosten auf über drei Milliarden explodieren.

Medikamentenkosten steigen rasant an

Foto © ReutersMedikamentenkosten steigen rasant an

Das endgültige Defizit der 19 Krankenkassen ist mit 344 Millionen Euro zwar um elf Millionen geringer ausgefallen als noch im vorläufigen Ergebnis ausgewiesen. Und auch das Defizit für das heuriger Jahr dürfte etwas niedriger ausfallen: Im Februar hatte der Hauptverband noch mit 314 Mio. gerechnet, jetzt lautet die Prognose 310 Mio. Minus.

Medikamentenkosten explodieren. Noch nicht eingerechnet sind dabei aber die jetzt von der Politik geplanten Maßnahmen zur Kassensanierung. Wirkliche Sorge bereitet dem Hauptverband vor allem der rasante Anstieg der Medikamentenkosten. Die Medikamentenkosten sind im Vorjahr um 8,3 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro gewachsen. Der Trend zur ungebremsten Mengen- und Kostenexplosion geht im heurigen Jahr weiter. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2008 verzeichneten die Krankenkassen einen Anstieg von 10,5 Prozent, insgesamt wird für das ganze heurige Jahr ein Zuwachs von 6,8 Prozent auf über drei Mrd. Euro prognostiziert.

Sanierungspaket wichtig. Diese Zahlen machen für den Vorstandsvorsitzenden des Hauptverbandes, Erich Laminger, deutlich, "wie wichtig es für die soziale Krankenversicherung ist, das nun vorliegende Sanierungspaket der Bundesregierung auch tatsächlich umzusetzen". "Konkret geht es dabei", so Laminger, "ja um Maßnahmen zur Dämpfung der Aufwandssteigerung und keineswegs um Leistungseinschränkungen".

Gebietskrankenkassen unter Druck. Denn ohne die rasche Umsetzung der jetzt besprochenen Maßnahmen rechnen die 19 Krankenkassen für heuer mit einem Gesamtabgang von minus 310 Millionen Euro. Besonders dramatisch ist dabei die Entwicklung bei den Gebietskrankenkassen, die trotz der seit 1. Jänner 2008 wirksamen Beitragserhöhung heuer allein ein Defizit von zusammen 285 Millionen Euro erwarten. Von den neun Gebietskrankenkassen ist es im vergangenen Jahr nur mehr der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse gelungen, mit einer schwarzen Null (plus 0,2 Millionen Euro) abzuschließen.


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