Mega-Wahl in Friaul sorgt für Hochspannung
Am Sonntag und Montag wird in Friaul Julisch-Venetien nicht nur das Parlament in Rom, sondern auch der Landtag gewählt. In der Provinz Udine gibt es drei und in der Stadt sogar vier Wahlen gleichzeitig.
In Kärnten, wo über die Zusammenlegung von zwei Wahlterminen diskutiert wird, unmöglich, bei unseren Nachbarn über der Grenze Normalität: In Udine fallen am Sonntag vier Wahlen zusammen, insgesamt müssen auf fünf Stimmzetteln sogar acht Stimmen abgegeben werden. Die Udineser wählen wie alle anderen das Nationalparlament in Rom mit einer Stimme für die "camera" und einer für den Senat, dann kommen die friulanischen Regionalwahlen - bei uns Landtagswahlen - an die Reihe, als drittes stehen Provinz-Wahlen auf dem Programm und als letztes Gemeinderatswahlen.
Provinzregierung. "Die Leute haben die Konfusion satt", sagt der Tarviser Bürgermeister Renato Carlantoni, vor dem Fall der Provinzregierung von Udine deren Vizepräsident und nun wieder Kandidat der rechten Alleanza Nazionale. "Aber die Zusammenlegung der Wahltermine spart viel Geld und dann ist fünf Jahre lang Ruhe". Spannend wird die Regionalwahl in Friaul vor allem deshalb, weil laut allerletzten Umfragen die Parteienblöcke von Regionspräsident Riccardo Illy und seinem Herausforderer Renzo Tondo mit jeweils 50 Prozent Kopf an Kopf liegen. Bei der Frage nach dem wählbarsten Präsidenten liegt Illy aber mit 53,5 Prozent eindeutig vor Tondo mit 46,5 Prozent. Entscheidend ist das "voto disgiunto", die "losgelöste" Stimme. Eine vergibt der Wähler an den Landtag, eine hat er für den Präsidenten frei. "Ein konservativer Wähler, dem aber Illy gefällt, kann somit eine Stimme der rechten Forza Italia geben und eine Stimme Illy", erklärt Journalist Marco di Blas.
Mitte-Rechts-Koalition. "Auf der einen Seite gibt es einen stärkeren Kandidaten, Illy, mit einer schwächeren Mitte-Links-Koalition, auf der anderen Seite eine stärkere Mitte-Rechts-Koalition mit einem schwächeren Kandidaten, Tondo. Deshalb dringt Illy in das gegnerische Lager ein, um diese Wähler dazu zu bringen, für ihn zu stimmen, ohne ihre Partei zu verraten", erklärt der Soziologe Bruno Tellia die "Surrealität" des Wahlkampfs.












