Putin warnte NATO neuerlich vor Ost-Erweiterung
Die Gespräche am Freitag zwischen dem scheidenden russischen Präsidenten Wladimir Putin und den 26 Staats- und Regierungschefs der NATO beim Gipfel der Allianz in Bukarest haben in den wesentlichen Streitfragen keine Lösung gebracht.

Foto © APPutin wollte Härte zeigen
NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer unterstrich
dennoch den "positiven Geist" der rund dreieinhalbstündigen
Unterredung. Trotz der weiterbestehenden Differenzen in wichtigen
Fragen wie Kosovo und Raketenabwehr habe es "keine Konfrontation"
gegeben. Auch Putin unterstrich das "konstruktive" Gespräch: "Im
Großen und Ganzen bin ich mit der Diskussion, die wir hatten,
zufrieden".
Scharfe Worte.
Vor Journalisten wählte Putin aber scharfe Worte, was die
Osterweiterung der NATO betrifft. Sie sei ein "ernsthaftes Hindernis
für die Zusammenarbeit" mit der NATO. Ein "mächtiger militärischer
Block an den Grenzen Russlands" würde von Moskau als "direkte
Bedrohung" gewertet, so der russische Staatschef. Laut einem
russischen Delegationsmitglied sagte Putin bei dem Treffen mit den
NATO-Vertretern auch, dass der russische Beitrag zum Ende des Kalten
Krieges vom Westen ignoriert worden sei. Moskau sei vielmehr von
einigen NATO-Ländern regelrecht dämonisiert worden.
Zum Thema
Merkel bemühmt.
"Die NATO ist gegen niemanden gerichtet, schon gar nicht gegen
Russland", betonte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel daraufhin und
sprach sich für häufigere Treffen der NATO mit Russland auf Chefebene
aus, um Missverständnissen vorzubeugen. Zusammenkünfte mit dem
russischen Präsidenten müssten "routinemäßig" stattfinden. Auch
US-Präsident George W. Bush bemühte sich offenbar, die Wogen zu
glätten. "Der Kalte Krieg ist vorbei", betonte Bush nach Angaben des
spanischen Außenministers Miguel Angel Moratinos bei dem Treffen. Der
US-Präsident forderte Putin demnach auf, die Streitigkeiten zwischen
den beiden Staaten hinter sich zu lassen und lud den russischen
Staatschef zum Dialog ein.
Streit über Raketenabwehr.
Die USA hatten die Aufnahme der ehemaligen
Sowjetrepubliken Georgien und der Ukraine in das Verteidigungsbündnis
besonders propagiert. Ein weiter ungelöstes Streitthemen zwischen
Bush und Putin ist die geplante US-Raketenabwehr in Mitteleuropa. Sie
ist auch Thema eines bilateralen Treffens am Wochenende in der
russischen Schwarzmeerstadt Sotschi, wo Bush nach einem Besuch in
Kroatien erwartet wird.
Zwei Erfolge.
Auf zwei Erfolge kann der letzte NATO-Russland-Rat, an dem Putin
als Staatschef teilnahm, trotz der russischen Drohgebärden verweisen.
Zum einen die grundsätzliche Bereitschaft Russlands, dem KSE-Vertrag
zur Begrenzung konventioneller Rüstung in Europa wieder beizutreten.
"Wir sind bereit, in den Vertrag zurückzukehren, erwarten aber ein
Entgegenkommen", betonte Putin, der im Mai von Nachfolger Dmitri
Medwedew abgelöst wird. Der KSE-Vertrag gilt als einer der Eckpfeiler
der Abrüstung in Europa. Moskau hatte ihn im Dezember wegen des
Streits um den von den USA geplanten Raketenabwehrschild in Osteuropa
ausgesetzt.
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Ziehen laut eigener Angabe an einem Strang: Merkel und SarkozyFoto © Reuters















