Hass im Zeichen der Meinungsfreiheit
Gert Wilders islamkritischer Film "Sorry for Finta" wurde nur kurz im Internet gezeigt. Aber er sorgt für viel Unmut. Die EU-Außenminister verurteilten das Video, sagen aber "Ja" zur Meinungsfreiheit.

Foto © APAGeert Wilders
Selten hat ein Kurzfilm, den kaum jemand kennt, so viel ausgelöst. Schon seit Geert Wilders den Streifen "Sorry for Fitna" Anfang des Jahres angekündigt hat, diskutieren die Niederlande darüber. Regierungschef Jan Peter Balkenende warnte vor Boykotten gegen niederländische Unternehmen. Die heimischen Fernsehsender lehnten eine Aussendung ab. In Amsterdam demonstrierten Hunderte Gegner von Geert Wilders gegen den Film. Die Internet-Seite, auf der der islamfeindliche Film des Rechtspopulisten zwei Tage lang abrufbar war, nahm ihn vom Server. Wegen Drohungen gegen Mitarbeiter. In Pakistan wurden bei Protesten niederländische Flaggen verbrannt.
"Tsunami der Islamisierung".
Geert Wilders ist ein Kreuzfahrer gegen den Islam - aber nicht gegen Moslems, wie er immer wieder betont. Er sieht im Koran eine Art von islamistischem "Mein Kampf", der verboten werden sollte. Er warnt vor einem "Tsunami der Islamisierung", der über die Niederlande rollen würde. Er wehrt sich gegen das Schreckgespenst eines "Rabatt am Rhein", wie er in Anspielung auf die Hauptstadt Marokkos sagt, die Heimat vieler muslimischer Einwanderer in die Niederlande.
Erfolg mit Schlagworten.
Wilders steht damit in der Tradition eines andern Filmemachers, Theo van Gogh. Der Regisseur hatte ebenfalls einen antiislamischen Film gedreht, "Submission". 2004 wurde er von einem Islamisten ermordet.
Wilders hat mit seinen kurzen und bündigen Schlagworten Erfolg. Im November 2006 errang seine Freiheitspartei neun Sitze und bildet seither die einzige rechtspopulistische Partei im Parlament.
Wie ernst zu nehmen Wilders ist, hat er 2005 bewiesen. Damals war er einer der Wortführer des Kampfes gegen die EU-Verfassung.
Features
Fakten
Wilders, dessen Partei PVV unter anderem einen Einwanderungsstopp
für Muslime und ein Verbot des Koran fordert, lebt seit dem Mord an
dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh unter ständigem
Polizei-
Foto

Szene aus dem umstrittenen VideoFoto © APA/livepeak.com













