Beredtes Schweigen zu "Gusi"
Alfred Gusenbauer ist dieser Tage in aller Munde. "Wenn ich ihm etwas zu sagen habe, dann mache ich das nicht öffentlich", so Schaunig.
Wer SPÖ-Chefin Gaby Schaunig dieser Tage auf Alfred Gusenbauers Performance als Kanzler und Bundesparteiobmann anspricht, erntet beredtes Schweigen. Schaunig windet sich, auch wenn andere SPÖ-Granden wie die Landeshauptleute Gabi Burgstaller, Michael Häupl oder Franz Voves längst unverhohlen zum Halali auf Gusenbauer pfeifen.
"Stütze der Sozialdemokratie". "Wenn ich ihm etwas zu sagen habe, dann mache ich das nicht öffentlich", so Schaunig. Als Stütze des strudelnden Kanzlers will sie freilich nicht (mehr) bezeichnet werden: "Ich bin eine Stützte der Sozialdemokratie." Schaunig galt freilich stets als enge Verbündete Gusenbauers. Doch seit die Bundes-SPÖ für den "Gusi-Hunderter" trommelt, ist das Verhältnis abgekühlt. Basiert dieser doch auf Jörg Haiders "Teuerungsausgleich", den Schaunig als "zu wenig nachhaltig" kritisiert hatte. Ihrer Glaubwürdigkeit im Schlagabtausch mit Haider ist das Vorgehen der Bundespartei nicht zuträglich.
Klare Worte findet sie zum Zustand der Bundesregierung. Eine Steuerreform und eine Sanierung der Krankenkassen seien "wichtiger als jede Koalition." Die SPÖ müsste im Nationalrat gegebenenfalls "andere Mehrheiten" finden.
Fischen in orangen Gewässern. Der rote Landesgeschäftsführer Gerald Passegger fischt beim Thema EU-Reformvertrag in orangen Gewässern. Zwar lehnt er die vom BZÖ geforderte Volksbefragung ab. Passegger spricht sich aber für eine Verzögerung der Ratifizierung im Nationalrat aus, die am 9. April stattfinden soll. "Einer öffentlichen Diskussion über die Inhalte des EU-Vertrags wurde zu wenig Platz eingeräumt", befindet Passegger - vom dem bislang keine "inhaltliche" Wortmeldung zum Lissabon-Vertrag dokumentiert ist.












