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Zuletzt aktualisiert: 04.04.2012 um 22:00 UhrKommentare

Nun eskaliert der Windkraft-Streit

Projektwerber des größten steirischen Windstromprojekts klagt eine Wildbiologin. Diese habe laut dem Kläger "unrichtiger Aussagen" zur Gefährdung des Birkhuhns getätigt, die der Firma Ecowind wirtschaftlichen Schaden zufügen würden.

Foto ©

Der Streit um die Windkraft in der Steiermark nimmt eine neue Dimension an. Nachdem ein UVP-Sachverständiger des Landes die Windräder im Alpenraum als optische "Fremdkörper" gegeißelt hatte (wir berichteten), geht der Betreiber des größten steirischen Windstromprojekts in die Gegenoffensive - und bringt eine steirische Wildbiologin vor den Richter.

Fotos als Beweismittel

Johann Janker, Geschäftsführer der Firma Ecowind, die den Windpark auf dem Steinriegel bei Ratten von zehn auf 21 Windräder erweitern will, hat gestern Klage beim Landesgericht Leoben eingebracht. Sie richtet sich gegen die Wildbiologin Veronika Grünschachner-Berger, eine Expertin für Birkhühner. In Vorträgen hatte sie behauptet, dass sich der bestehende Windpark Ratten derart negativ auf die geschützten Tiere ausgewirkt habe, dass in den Jahren 2008 und 2009 "keine Birkhahnen mehr auf der Rattener Alm" vorhanden gewesen seien. Diese Aussage lässt Janker nicht gelten und klagt auf Unterlassung und Widerruf. Saftiger Streitwert: 34.000 Euro.

Jankers Anwalt Georg Eisenberger verweist auf ein Birkhuhn-Monitoring im Auftrag der Ecowind, das 2008 und 2009 sehrwohl Birkhahnen auf der Alm nachgewiesen und mit Fotos belegt habe. "Frau Grünschachner-Berger sagt bewusst die Unwahrheit, weil sie eine Grundsatzgegnerin der Windkraft ist. Auf ihre Aussagen berufen sich dann die Gutachter im Genehmigungsverfahren für die Erweiterung des Windparks", sagt Eisenberger.

Grünschachner-Berger, die in Gusswerk ein wildbiologisches Büro betreibt, ist über die Klage erstaunt. "So etwas ist mir noch nie passiert. Es ist schon fragwürdig, Forscher mit Klagen mundtot machen zu wollen, weil die Forschungsergebnisse nicht genehm sind." Gegen den Vorwurf, nicht objektiv zu sein, wehrt sie sich. "Meine Arbeit wurde von Jägern und der Uni für Bodenkultur begleitet. Ich frage mich, warum man jetzt ausgerechnet auf mich mit Klagen losgeht."

Eisenberger bleibt jedenfalls hart. "Meinem Mandanten entsteht durch solche Aussagen ein wirtschaftlicher Schaden. Da müssen wir uns wehren."

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