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Zuletzt aktualisiert: 19.03.2012 um 16:00 UhrKommentare

Plastiksackerl: Berlakovich für die "österreichische Art"

Umweltminister Niki Berlakovich spricht sich beim Thema Plastiksackerl weiterhin für eine Wahlmöglichkeit der Konsumenten aus. Die EU hat erst unlängst eine sogenannte Zwangsabgabe auf Plastiksackerl vorgeschlagen, da ein europaweites Verbot "rechtlich bedenklich" wäre.

Foto © mangostock/Fotolia.com

Der Vorschlag einer EU-Studie, eine Zwangsabgabe auf Plastiksackerl für Kunden einzuführen, hat am Montag erneut die Diskussion um ein Verbot entbrannt. Während die Grüne Umweltsprecherin Christiane Brunner ein Verbot für "die beste Lösung" hielt, setzte Umweltminister Niki Berlakovich (V) auf die Wahlmöglichkeit der Konsumenten und verwies auf einen entsprechenden Pilotversuch.

Plastiksackerlverbot noch nicht vom Tisch

"Ich bin immer noch der Meinung, dass ein Verbot von unnötigen Plastiksackerln die beste Lösung ist. Damit bin ich ja auch nicht alleine", so Brunner. Falls dies - wie in der Studie zu lesen - tatsächlich "rechtlich bedenklich" sei, sollte sich Berlakovich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass die rechtliche Grundlage für ein Verbot geschaffen wird. "Wenn notwendige und von der Bevölkerung gewollte umweltpolitische Maßnahmen wettbewerbsrechtlich nicht möglich sind, dann finde ich das schon sehr bedenklich", sagte die Umweltsprecherin.

Der Umweltminister setzte aber weiterhin auf die Wahlmöglichkeiten der Konsumenten. Einkaufssackerl aus biologisch abbaubarem Kunststoff hätten das Potenzial, herkömmliche Plastiktaschen Schritt für Schritt zu ersetzen. Das habe ein Pilotversuch des Umweltministeriums in mehreren Bundesländern ergeben.

"Die Kirche im Dorf lassen"

"Bei der Diskussion um ein Plastiksackerl-Verbot muss man die Kirche im Dorf lassen", so Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Gut 96 Prozent des anfallenden Mülles würden verwertet bzw. recycelt werden. "In Österreich fallen jährlich zwischen 5.000 bis 7.000 Tonnen an Plastiksackerln an, das sind lediglich rund 0,01 Prozent des gesamten Abfalls", meinte Schwarzer.


Fakten

71 Prozent der insgesamt 15.538 Teilnehmer an einer frei zugänglichen Online-Befragung der EU-Kommission haben sich für ein EU-weites Verbot von Plastiksackerln ausgesprochen. 77 Prozent sind demnach für ein verpflichtendes EU-Kennzeichen, das den Konsumenten Auskunft über die biologische Abbaubarkeit von Verpackungen gibt. Ein EU-Bürger verbraucht nach Angaben der Kommission pro Jahr im Schnitt 500 Plastik-Tragetaschen. Allein im Mittelmeer dürften derzeit 500 Tonnen Kunststoff treiben.

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