Klimafonds stellt steirische Projekte vor
Seit 2007 wurden steirische F&E-Projekte mit 62,4 Mio. Euro gefördert. Das Land steht österreichweit an erster Stelle in Mobilitätsforschung.

Foto © AP | Sujet
Der österreichische Klima- und Energiefonds hat seit seiner Gründung 2007 rund 125,9 Mio. Euro in die Steiermark fließen lassen, 62,4 Mio. Euro davon in Forschungs- und Technologieprojekte. Am Dienstag und Mittwoch wurden mehrere erfolgreich abgeschlossenen, aber auch neu geförderte Projekte präsentiert. Fonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel stellte den involvierten steirischen Unternehmen ein gutes Zeugnis aus.
Insgesamt hat der Fonds in den vergangenen vier Jahren österreichweit etwa 500 Mio. Euro für rund 70 verschiedene Förderprogramme aus dem Bereich nachhaltige Energietechnologie und Energieeffizienz freigegeben. Im Bundesländerranking liege die Steiermark mit rund 24 Prozent Anteil am Gesamtförderbudget an zweiter Stelle - knapp hinter Wien. "In der Mobilitätsforschung liegt das Bundesland klar an erster Stelle", so Vogel im Gespräch mit der APA.
"Engagierte und breit aufgestellte Szene"
In der Steiermark gebe es eine "engagierte und breit aufgestellte Szene". Einige der Unternehmen, die sich mit erneuerbaren Energien und dem intelligenten und effizienten Energieeinsatz beschäftigen, haben den Sprung an die Weltmarktspitze bereits geschafft und exportieren die "steirische Technologiekompetenz" nun weltweit. "Ohne unser Zutun würde ein Teil der Projekte vielleicht etwas später, nicht in diesem Umfang oder vielleicht auch gar nicht stattfinden", so Vogel.
In das Projekt EVARE (Electric Vehicle and Range Extender) ist das Know-how von AVL List auf dem Gebiet der Elektrofahrzeuge eingeflossen. Dabei hat der weltweit agierende Grazer Motorenentwickler im Konsortium ein ganzheitliches Fahrzeugkonzept für ein batterieelektrisches Fahrzeug mit "Reichweitenverlängerer" entwickelt. "Unser Ansatz war, die aufwendige elektrische Energiespeichersysteme auf den tatsächlichen Fahrbedarf zu optimieren. Der Range Extender wird als zusätzliches System eingesetzt, um die Gesamtreichweite von 250 km zu ermöglichen", schilderte Projektsprecher Frank Beste. Dieser Prototyp soll als Basis für die weitere Entwicklung der Hybridisierung und Elektrifizierung eines Fahrzeuges verwendet werden.
Noch bis 2013 läuft das Projekt CULT, in dem die Magna Steyr Fahrzeugtechnik in einem Konsortium mit mehreren Forschungsinstitutionen und Firmen das Gewicht eines A-Segmentfahrzeugs durch Leichtbaumaterialien um 300 kg reduzieren möchte. "Das Auto soll dennoch leistbar, baubar und verkaufbar sein. Zurzeit halten wir bei 630 kg insgesamt, 600 kg wäre unser Ziel", schilderte Wolfgang Kreigler, Leiter der Vorentwicklung bei Magna Steyr Fahrzeugtechnik in Graz.
Die BDI-BioEnergy International AG in Grambach bei Graz hat sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Technologien zur Gewinnung von Biodiesel aus Abfall und Nebenprodukten der Industrie spezialisiert. Der Klimafonds unterstützt sie bei der Verfahrensentwicklung von "AlgenBioDiesel": Durch die Nutzung von Algen soll nicht nur ein neuer Rohstoff ohne Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion zur Verfügung gestellt werden, sondern auch die Verwendung von CO2-Abgasen aus Industrieanlagen als Kohlenstoffquelle für die Algenaufzucht spielt eine Rolle.
Die Andritz AG, der steirische Anlagenbauer, hat ein neues Trocknungsverfahren für die Papierherstellung erarbeitet. Es hat Einsparungen im Energieverbrauch und der Größe der Anlage zum Ziel. Im Pilotverfahren wurde die Anlage bereits erprobt, Optimierungen seien noch notwendig, so Projektleiter Rudolf Greimel.














