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    Zuletzt aktualisiert: 05.05.2011 um 19:17 UhrKommentare

    Nicht immer ist bio logisch

    Bio-Lebensmittel boomen. Doch nicht alles ist ökologisch, was den Anschein erweckt. Teil 5 der Serie über unsere Nahrung.

    Foto © APA

    Der Aufdruck zeigt zwei Kühe, die neben einem Almhaus grasen. "Qualität aus Österreich" steht da. Na dann, ab in den Einkaufswagen mit dem Milchpackerl. Willkommen sind uns auch die Frühstücksflocken "aus kontrolliertem Anbau" und die Tiefkühlkartoffeln aus "heimischer Produktion".

    Wieder einmal ökologisch und gesund eingekauft? - Ja, kann gut sein. Muss es aber nicht. Oftmals hält das, was uns die Nahrungsmittelhersteller auf den Verpackungen weismachen wollen, einer Überprüfung nicht stand. Die idyllische Landschaft auf dem Milchpackerl allein sagt nichts darüber aus, woher die Milch tatsächlich stammt. Die "Qualität aus Österreich" ist ebenso dehnbar wie der "kontrollierte Anbau" und die "heimische Produktion".

    Also alles nur Schall und Rauch? Existiert die Bio-Welt in Wahrheit nur auf den Bauernmärkten? Es gibt sie auch in den Regalen der Supermärkte. Man muss nur wissen, worauf man beim Einkauf zu achten hat.

    21.000 Bio-Bauern bewirtschaften knapp ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche Österreichs. Das schlägt sich in den Regalen der Handelsketten nieder. Echte Bio-Lebensmittel werden dort immer beliebter. Bei Billa spricht man von Nachfrageschüben bei Obst, Brot und Gemüse aus der Bio-Schiene und Marktanteilen von bis zu 30 Prozent. Spar verzeichnete im Vorjahr beim Bio-Sortiment 13 Prozent mehr Umsatz. "Die Kunden greifen aber vor allem dort gerne zu, wo die Produkte nicht viel teurer sind als die herkömmlichen", sagt Sprecherin Nicole Berkmann. "Beim Fleisch sind die Zuwächse nicht so stark."

    Es gibt sie also, die ökologischen Lebensmittel. Sie in den Regalen zu erkennen, ist angesichts des Dschungels an Gütesiegeln, Zertifikaten und irreführenden Produktbezeichnungen aber nicht einfach. Mehr als 100 Lebensmittel-Zeichen gibt es in Österreich. Jedes einzelne beruft sich auf eigene Standards: auf bestimmte Produktionsmethoden, auf die Herkunft oder auf die verwendeten Zutaten. "Für den Einzelnen ist es unmöglich, den Überblick zu behalten. Man wird eher verwirrt als informiert", kritisiert Heinz Schöffl, Konsumentenschützer bei der Arbeiterkammer. Zumal nicht jedes der Zertifikate das hält, was es auf den ersten Blick zu versprechen scheint.

    Verlass ist auf alles, das explizit die Bezeichnung "Bio" oder "biologisch" trägt. Diese Produkte müssen nach den Vorgaben der EU-Bio-Verordnungen hergestellt sein. Und das heißt: hohe Tierschutzstandards, keine chemisch-synthetischen Hilfsmittel, schonende Bodenbearbeitung, keine Gentechnik.

    Dieselben Vorgaben (mit teils noch strengerer Auslegung und zusätzlichen Verpflichtungen) gelten für manche Produktsiegel. Zu den bekanntesten zählen das AMA-Bio-Zeichen, Bio Austria oder die Bio-Linien der Handelsketten (siehe unten).

    Doch auch Bio-Produkte können Fallen haben. Denn bio heißt nicht zwangsläufig gesund, ein Siegel schützt nicht vor Etikettenschwindel. So können auch die Frühstücksflocken aus biologischem Anbau oder der Bio-Apfelsaft überzuckert sein - selbst wenn sie auf der Packung als Fitnessprodukte ausgewiesen sind.

    Licht ins Zeichen-Dickicht

    Auch über die Herkunft eines Lebensmittels sagt "Bio" nichts aus. Der Bio-Speck kann aus Polen stammen, die Bio-Tomate aus Spanien. "Manche Bio-Zertifikate und Gütesiegel beinhalten zwar eine Herkunftsgarantie. Aber man muss erst wissen, welche Zeichen das sind", sagt Schöffl. Die Arbeiterkammer hat zu diesem Zweck einen Führer für Lebensmittelkennzeichnungen erstellt (siehe Infobox). "Wichtig ist immer, dass das Siegel externe Kontrollen vorsieht", sagt Schöffl. "Erst dann ist die Leistung wirklich transparent."

    Ob bio oder nicht, woher genau das Lebensmittel wirklich kommt, ist für den Einkäufer häufig nicht ersichtlich. So dürfen Wursterzeuger auch dann eine rot-weiß-rote Fahne auf ihr Produkt stempeln, wenn deutsches Fleisch drinnen ist. Verpflichtende Herkunftsangaben existieren nur bei Rindfleisch oder Eiern. Konsumentenschützer fordern das seit Jahren auch für andere Fleischsorten, Milch oder Butter. Bislang allerdings vergeblich.

    GÜNTER PILCH

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