Berliner Fashion Week: Schaulaufen an der Siegessäule
Mehr als 50 Shows standen bis zum Wochenende an. Bei der Berliner Fashion Week ging es nicht um Haute Couture wie zuvor in Paris, sondern um Trends und Kollektionen für jedermann, von Marken wie Michalsky, Hugo, Rena Lange und Guess.

Foto © APModisches Totenfest bei Lena Hoschek
Model Franziska Knuppe war unter den ersten Gästen und hatte Tipps für den Sommer parat: "Viel Farbe, viel Prints - aber nicht mischen." Auch Teile in Nude (vulgo: hautfarben) findet sie zum Kombinieren immer noch gut.
In ihrer elften Ausgabe hat sich die Modewoche spürbar etabliert. US-Designer Marc Jacobs war wieder als Schirmherr eines Talentwettbewerbs dabei. Zum Auftakt gab es bei Escada Sport eine Prise Saint-Tropez: luftige Hosen, Streifenbikinis und wallende Kleider.
Modisches Totenfest bei Lena Hoschek
Ein Höhepunkt zum Auftakt: Die Grazer Designerin Lena Hoschek zeigt ihre Models im Stil des mexikanischen Totenfests geschminkt. In die dicken Zöpfe der Mannequins waren Rosenblüten geflochten, und auch die mit reichen Stickereien, Ornamenten und Borten geschmückten Kreationen erinnerten an die Malerin Frieda Kahlo. Die neue Kollektion der Modemacherin mit Atelier in Wien, die für ihre äußerst feminine, den Geist der 40er und 50er Jahre feiernde Linie bekannt ist, ist von Rücken, Spitzen und betonten Kurven geprägt, enthält diesmal aber auch vermehrt Hosen.
Der Laufsteg begann schon vor dem Zelt. An der Siegessäule fanden Blogger reichlich Chancen, die durchgestylten Gäste fürs Internet zu fotografieren. Ein Trend, der zugenommen hat, wie Fashion-Week-Sprecher Daniel Aubke beobachtet. "Soviel Zirkus war früher nicht vor der Haustür."
Branche kann Aufwind vertragen
Die Partystimmung auf der Modewoche täuschte etwas. Die Branche kann Aufwind vertragen, der Sommer ist bisher verregnet. Die Streetwear-Messe Bread & Butter mit ihren fast 700 Ausstellern zeigte sich zwar wie immer optimistisch, muss aber ohne Größen wie Bench und Levi's auskommen. Man hofft nach dem Siegeszug von Chinos, den omnipräsenten Stoffhosen, auf ein blaues Wunder. "Es wird immer noch viel Chino verkauft", sagt der Chef der Bread & Butter, Karl-Heinz Müller. "Wir glauben aber, dass wir vor einem neuen Denim-Hoch stehen."




















