Eine neue Welle der Felle
Auch ohne "Bunga"-Premier hat es Italien schwer: Laut Regierungschef Mario Monti erlebt das Land wegen der Euro-Krise die schwierigsten Jahre seit dem Zweiten Weltkrieg. Dass die Italiener in der kommenden Saison ein dickes Fell benötigen, zeigt sich nicht zuletzt auf den Laufstegen der Mailänder Schauen.

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Für die einen ist es ein Muss, für die anderen ein ethischer Frevel: Am Pelz scheiden sich die Meinungen. Im Herbst/Winter 2012/13 werden die Kritiker damit leben müssen, dass Fell wieder angesagt ist. Auf den Laufstegen der Mailänder Modewoche war Pelz omnipräsent.
Philipp Plein interpretierte Biker-Jacken im edlen Nerz, dekorierte Schals mit Fuchsschwänzen oder fütterte Parkas mit Fell. Etwas subtiler setzte Bottega Veneta Pelz ein - etwa als Besatz auf der Schulter von Jerseykleidern. Oft wurde er aber üppig zur Schau getragen, wie zum Beispiel bei Genny mit Mänteln in grafischen Block-Mustern oder bei Emilio Pucci mit Jacken in leuchtender Orange-Färbung.
Eine moderne Interpretation von Pelz brachte Marni auf den Laufsteg - bedruckte mit grafischen Mustern oder in Kombination mit Leder zum Patchwork.
Die Frau als Offizier
Die modische Frau geht im Stechschritt durch den Herbst/Winter 2012/13. Denn Mailands Designer schneidern ihr eine vom Militär inspirierte Garderobe auf den Leib. Diesen Stil verfolgte unter anderem Salvatore Ferragamo auf den am Dienstag zu Ende gehenden Defilees der Milano Moda Donna.
Das Modehaus aus Florenz zeigte am Sonntagabend lange Offiziersmäntel mit goldenen Knöpfen in dunklen Farben. Die Anzüge im Uniform-Stil gibt es in verschiedenen Ausführungen, unter anderem aus kurz geschorenem Pelz. Doch die neue Kollektion von Salvatore Ferragamo hat auch ihre femininen Seiten, die vor allem am Abend ausgespielt werden. Hier fallen schulterfreie Tops und goldbestickter Chiffon auf.
Diese Show unterstrich noch einmal das auf den meisten Laufstegen propagierte Bild einer starken Frau. Die Nuancen reichen von selbstbewusst über düster bis aggressiv. Bei Missoni standen Herbstlaubfarben sowie verschiedene Abstufungen von Grau im Fokus. Designerin Angela Missoni arbeitete sehr stark mit Schichten, so liegt zum Beispiel über fast allen Jacken und Mänteln ein kurzes Cape. Ledereinsätze mit Stehkragen füllen oft das Rückendekollete der Kleider aus, schmale Gürtel akzentuieren die Taille, lange Handschuhe bieten Schutz auch bei kurzärmeligen Oberteilen.
Schutz suchten die Besucher bei Byblos zunächst einmal im Freien, als am Sonntag durch Mailand fegende Sturmböen die Scheinwerfer an der Decke des Showzeltes heftig ins Schaukeln versetzten. Wer geblieben war, sah eine Show mit vielen sportiven und grafischen Elementen. Das italienische Label kombinierte kurze Kleider und O-förmig geschnittene Pullover über Leggings, zeigte mit Reißverschlüssen zu schließende Mäntel und in florale Formen gesteppte Blousons.
Laura Biagiotti schließlich verzierte die Karomuster ihrer Hosenanzüge mit einzelnen Pailletten, integrierte Seidenbahnen in die Zopfstrickkleider und brachte viele opulente Muster auf den Laufsteg.
Nachdem am Montag noch Giorgio Armani und Roberto Cavalli ihre Kollektionen Herbst/Winter 2012/13 zeigten, findet die Mailänder Modewoche mit den Vorführungen junger Nachwuchsdesigner am Dienstag ihren Abschluss.





















