Wirbel um Topmodel: "Ihr Kopf ist ja größer als ihre Hüften"
US-Designer Ralph Lauren hat für eine Werbekampagne ein Model per Photoshp derart verdünnt, dass ihr Kopf letztendlich größer war als ihre Taille - und sich damit den Unmut der Bloggerszene zugezogen.

Foto © APFilippa Hamilton auf dem Lauren-Werbe-Foto (links) und auf dem Laufsteg
Für eine Werbe-Kampagne mit Filippa Hamilton griff das Mode-Label Ralph Lauren zu einem Trick: Das an sich schon dünne Model wurde per Photoshop noch dünner retouchiert: Wie ein Wesen aus einer anderen Welt sieht Hamilton auf dem bearbeiteten Foto aus: der Kopf überdimensional, der Körper völlig unnatürlich verschlankt.
Die Internet-Blog-Seite "Boing Boing" veröffentlichte das Werbe-Foto. Darunter die Botschaft: "Dude, her head's bigger than her pelvis."(Mensch, ihr Kopf ist ja größer als ihre Hüfte). Bei Lauren reagiert man naturgemäß not amused und drohte mit rechtlichen Schritten: Die Webseite solle den Beitrag sofort entfernen, sonst würde man eine Klage wegen Copyright-Verletzungen gegen sie anstrengen.
Widernatürliches Frauenbild
Jedoch, die Betreiber des Blogs weigerten sich, man hätte ja schließlich das Bild in korrekter und fairer Weise wieder gegeben, um so auf das widernatürliche Frauenbild, dem heutige Models entsprechen müssen, hinzuweisen. Stattdessen ging man in die Gegenoffensive über: Auf ihrer Webseite veröffentlichten sie das Schreiben des Anwalts mit dem Kommentar, dass Ralph Lauren ruhig klagen solle. Im Gegenzug werde man jedes Mal, wenn solche Drohungen ausgesprochen werden
a) die ursprüngliche Kritik noch einmal wiederholen um sicherzustellen, dass alle Leser genau informiert sind.
b) die fadenscheinigen Rechts-Drohungen zusammen mit Unmengen an Spott veröffentlichen, damit sie in Suchmaschinen hoch rangieren und damit anderen Mut machen, die sich ähnlichen Drohungen ausgesetzt sehen und
c) die Models von Ralph Lauren mit nahrhafter Suppe und Sandwiches versorgen.
Aufruhr in der Modewelt
Mit dieser Reaktion trat der Internet-Blog eine weltweite hitzige Diskussion los, in der es nicht mehr nur um das Bild der Frau in der Werbung, sondern vielmehr auch um die Frage von Zensur, Kritik und dem Recht auf freie Meinungsäußerung im Internet ging. Der Druck auf Ralph Lauren stieg schließlich so weit, dass man sich zu einem Statement genötigt sah: "Seit 42 Jahren arbeiten wir an einer Marke, die auf Qualität und Integrität aufgebaut ist", sagte ein Sprecher.
Sinneswandel bei Ralph Lauren
"Nach weiteren Untersuchungen haben wir festgestellt, dass wir für die falsche Bild- und Fotobearbeitung verantwortlich sind, die zu einem verzerrten Bild des weiblichen Körpers geführt hat." Die Marke hat für die Zukunft Besserung gelobt.
Bleibt abzuwarten, wie sich Ralph Lauren aus diesem PR-Schlamassel retten will - und ob die Fashion-Welt aus diesem Fall ihre Lehren zieht.





















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