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    Zuletzt aktualisiert: 08.12.2012 um 18:40 UhrKommentare

    Falscher Spaß und echter Tod

    Eine royale Krankenschwester brachte sich offenbar um, nachdem sie auf einen fingierten Anruf eines australischen Moderatoren-Duos hereingefallen war. Radiosender wie 2DayFM und Niveau, das sich auch mit der Lupe nicht mehr findet, gibt es freilich auf der ganzen Welt. Ein Kommentar von Thomas Golser.

    Foto © APA

    Eben noch die vom medialen Lauffeuer verbreitete Freude über das Ungeborene, das Kate Middleton in ihrem Bauch für das Vereinigte Königreich heranträgt. Dann kam die Trauer, zu der sich nun mindestens so viel Empörung mischt - in Großbritannien und auf der ganzen Welt. Eine Krankenschwester ist tot, sie galt im King Edward VII. Hospital als "exzellente Kraft" - und setzte ihrem Leben offenbar selbst ein Ende. Hereingefallen war sie auf einen fingierten Anruf eines australischen Brachial-Moderatoren-Duos, das vorgegeben hatte, Queen Elizabeth II. und Prince Charles höchstpersönlich zu sein und dann mehr zum Gesundheitszustand der schwangeren Herzogin erfragte.

    Radiosender gibt es überall

    So weit, so primitiv. Radiosender wie 2DayFM und Niveau, das man auch mit der Lupe nicht mehr finden wird, gibt es freilich überall: Mit kleinen, unterklassigen bis letztklassigen Häppchen, eingebettet zwischen Wettermeldungen, Verkehrsfunk und Plastik-Pop aus der MP3-Konserve. Ausdünstungen der medialen Spaß-Gesellschaft als "Programm", oft auch im Fernsehen. Späße auf Kosten anderer sind dann eben die verlässlichsten Schenkelklopfer, wenn man selbst nicht einmal Spurenelemente von Witz und Esprit aufweist, um es anders zu können. Der "harmlose Scherz", wie der tödliche "hoax call" nun verteidigt wird - er war weder besonders gut gebracht noch in irgendeiner Form der Bezeichnung "geistreich" würdig. Und doch hatte er seine Zuhörer, die darüber lachten. Die hätte es wohl auch in Österreich gegeben. Betroffenheit und Heuchelei sind enge Verwandte in der modernen Welt, Respekt kennt man oft nur noch vom Hörensagen.

    Jetzt posten auf Facebook viele ihre Betroffenheit über das tragische Ende der Geschichte. Wie viele mögen dort vorher noch verkündet haben, wie lustig sie diese Scherze gefunden haben? Dass man gerade mit den Mitteln der modernen Kommunikation viel Schaden anrichten kann, beweisen weitere Beispiele: Kinder, die sich umbringen, nachdem sie von anderen in (manchmal auch a)sozialen Medien bloß gestellt und verspottet wurden. Wer einem heute nicht zu Gesicht steht, kann vernichtet werden - oft reicht dazu ein einfacher Mausklick und ein hirnlos abgegebener Kommentar im Internet. Was dem einen noch amüsant erscheint, kann einen anderen brechen.

    Die Frage nach der Würde

    Der Radiosender, um den es im Augenblick geht, scheint allgemein nicht eben zimperlich gewesen zu sein: Einmal soll eine Mutter ihre 14-jährige Tochter, die an einen Lügendetektor angeschlossen war, live auf Sendung über Sex befragt haben. Das Mädchen soll dann ihr Herz geöffnet haben - es sei mit zwölf Jahren vergewaltigt worden. In einem anderen Fall sollen Eltern Spendengelder für ihre behinderte Kinder versprochen worden sein - diese seien aber nie ausbezahlt worden. Beispiele, geradewegs am untersten Ende der Skala des guten Geschmacks angesiedelt, doch gerade auch sie haben offenbar ihr Publikum. Umso fataler ist es natürlich, dass heute immer ein Schäuferl nachgelegt und eine Stufe tiefer getreten werden muss, wenn man "Spaß" (oder das, was als solcher verkauft wird) haben will. Fragwürdig muss es so oder so sein: Hier sollte man schleunigst nach dem Sinn fragen - sofern noch ein wenig Würde vorhanden ist.

    Nicht selten macht die Spaß-Gesellschaft selbst eigentlich so gar keinen mehr.

    THOMAS GOLSER

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