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    Zuletzt aktualisiert: 20.04.2012 um 18:58 UhrKommentare

    Juan Carlos: Eine Ära neigt sich dem Ende zu

    Die Spanier haben genug von den Eskapaden ihres Königs. Nach Jagd- und anderen Affären wird der Ruf nach einer Hofübergabe an Prinz Felipe immer lauter.

    Thronfolger Prinz Felipe mit seinem Vater König Juan Carlos

    Foto © ReutersThronfolger Prinz Felipe mit seinem Vater König Juan Carlos

    König Juan Carlos ist ein Mann, den die Spanier respektieren, und dieser Mann verkörpert die Institution. Denn täuschen wir uns nicht: Es war nicht die abstrakte Institution der Monarchie, welche die Spanier überzeugt hat, "sondern der König", erklärte einst der frühere spanische Ministerpräsident Felipe Gonzalez. Das ist ewig her. Juan Carlos, der Bourbone, war beliebt beim Volk. Seine Regentschaft begann mit dem Tod des Diktators Franco im Jahr 1975, lange wurde er als Geburtshelfer einer stabilen Demokratie verehrt und für die Vereitelung eines Militärputschs anno 1981 gefeiert.

    Luxustrip inmitten der Krise

    Heute regiert der Zorn der Spanier über ihren König. Viele wollen, dass er geht. Und es werden immer mehr. Denn während sich Spanien im Würgegriff der Finanzmärkte befindet und die Arbeitslosigkeit so hoch ist wie nie, "fällt dem König nichts Besseres ein, als einen Luxustrip nach Afrika zu unternehmen, um Elefanten abzuschießen", wetterten nicht nur Spaniens Linke, als sie davon Wind bekamen. Bald wurde bekannt, dass der König dabei auch noch von der 47-jährigen Corinna Sayn-Wittgenstein begleitet wurde. "Juan Carlos hatte schon immer eine ausgeprägte Schwäche für das andere Geschlecht, aber wir Spanier haben ihm das verziehen, es machte ihn so viel menschlicher", erklärte zuletzt Schriftsteller Francisco Gavilan.

    Wechsel an der Spitze erwünscht

    Nach der öffentlichen Entschuldigung des Königs, bei der offenblieb, ob er sich an Königin Sofia oder an das wirtschaftlich gebeutelte spanische Volk wandte, schienen sich die Wogen wieder zu glätten. "Ich bitte um Verzeihung, es wird nie wieder vorkommen", hatte Juan Carlos erklärt. In vielen Medien wird er seitdem nur noch Don Juan genannt. Spaniens "El Pais" schreibt, was viele denken: "Der gesamte Apparat des Königshauses muss von Grund auf modernisiert werden." Der 74-jährige König solle den Thron für Kronprinz Felipe räumen. Zusammen mit Prinzessin Letizia empfing dieser am Freitag schon den indischen Außenminister im Zarzuela-Palast, weil der König nach der Hüftoperation noch nicht gehfähig sei - ein geflügeltes Wort für die Spanier.

    MANUELA SWOBODA

    Korruptionsaffäre

    "Haltet eure Brieftaschen fest, da kommt ein Dieb", riefen Spanier, als Inaki Urdangarin, der Schwiegersohn des spanischen Königs, vor Gericht in Palma de Mallorca auftauchte. Der Herzog von Palma ist in der spanischen Monarchie der erste Angehörige des Königshauses, der in einem Finanzskandal als Beschuldigter vor Gericht erscheinen musste.

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    Foto © Reuters

    Inaki Urdangarin soll Millionen veruntreut habenFoto © Reuters

    Die "spezielle Freundin"

    Die Deutsche Corinna Sayn-Wittgenstein, geborene Larsen, wird in spanischen Medien schon länger als Juan Carlos' "spezielle Freundin", bezeichnet. Die 47-Jährige, die Jagdsafaris für Aristos und Millionäre organisiert, begleitete jetzt den spanischen König bei der Safari, die von einem syrischen Multimillionär mit saudi-arabischem Pass bezahlt wurde.

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