Königliche Hochzeit im "Land des Donnerdrachens"
Vier Wochen vor der Hochzeit des jungen Königs von Bhutan, Jigme Khesar Namgyel Wangchuk, laufen in dem zwischen Indien und China gelegenen buddhistischen Himalaya-Staat die Vorbereitungen für das Großereignis auf Hochtouren.

Foto © APAHeiratet in vier Wochen: der König von Bhutan
"Vorfreude und Nervosität sind bereits sehr groß", sagte die Sprecherin der Regierung, Tshering Wangmo, in der Hauptstadt Thimphu. Insgesamt seien acht offizielle Komitees ins Leben gerufen worden, um Zeremonien und Feierlichkeiten in angemessener Weise durchführen zu können.
Der 31-jährige "Druk Gyalpo" (Drachenkönig), fünfter Herrscher der seit 1907 regierenden Dynastie Wangchuk (Wangchuck), will am 13. Oktober die zehn Jahre jüngere Jetsun Pema ehelichen. Bereits im Mai hatte der Oxford-Absolvent, der seit seiner Krönung Ende 2008 als begehrtester Junggeselle Südasiens galt, seine Hochzeitspläne dem Parlament zur Kenntnis gebracht. Auch die künftige Königin hat in England studiert.
Khesars Vater Jigme Singye Wangchuk (56), der im Alter von 16 Jahren den Thron bestieg und vor fünf Jahren abdankte, ist mit vier Schwestern verheiratet: Ashi Dorji Wangmo, Ashi Tshering Pem, Ashi Tshering Yangdon (Mutter des Königs) and Ashi Sangye Choden.
Nach Angaben des Hofes wird die Hochzeitszeremonie in der Klosterfestung Punakha stattfinden, rund 70 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt. Dort soll es zwei Tage später im Changlingmithang-Stadion ein großes Fest für die Bevölkerung geben.
"Die Regierung hat zur Hochzeit des Monarchen, der als König des Volkes verehrt wird, Menschen aus dem ganzen Land eingeladen", sagte der Journalist Needrup Zangpo von der Zeitung "Bhutan Observer". Im Rahmen der Feierlichkeiten sollen sie bei Tanz- und Musikaufführungen Kultur und Brauchtum der verschiedenen Landesteile zur Schau stellen.
Bhutan ("Druk-Yul" - "Land des Donnerdrachens") ist mit 46.500 Quadratkilometern flächenmäßig etwas größer als die Schweiz, hat aber nur rund 750.000 Einwohner. In der jungen konstitutionellen Monarchie fanden 2008 erstmals Parlamentswahlen statt. Sowohl Regierungs- als auch Oppositionspartei sind königstreu. Die Exilorganisation "Druk National Congress" und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International haben dem Königreich wiederholt Menschenrechtsverstöße und "ethnische Säuberungen" angekreidet. Die Politik der "Bhutanisierung" richtete sich vor allem gegen die nepalesische Minderheit, von der große Teile in den 1990er-Jahren vertrieben wurden.
Bhutan ist eines der noch verbliebenen Schwerpunktländer der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. 1989 nahmen die beiden Länder volle diplomatische Beziehungen auf, 1994 wurde in Thimphu ein EZA-Koordinationsbüro eingerichtet. 2007 wurde in Wien-Liesing ein "Bhutan-Park" anlässlich des hundertjährigen Dynastiejubiläums eingeweiht.



















