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Zuletzt aktualisiert: 29.06.2011 um 20:25 UhrKommentare

Monaco: Der Schampus ist schon eingekühlt

Das Hochzeitsfieber grassiert in Monaco auch unter vielen Wahl-Monegassen aus Österreich. "Kommt ja nicht jeden Tag vor", sagt Bistro-Betreiber Gerhard Kilian.

Foto © Fotolia / Vladimi Mucibabcic

Ich bin dabei", sagt Formel-1-Legende Gerhard Berger. Rennfahrer Alexander Wurz hingegen schlägt die Hochzeitseinladung des Fürstenpaares aus: "Ich bin an dem Tag beruflich verhindert und nicht in Monaco", erklärt er. Als offizieller Vertreter von Österreich ist Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle bei der Traumhochzeit.

Die meisten der 170 Wahl-Monegassen aus Österreich verfolgen die Hochzeitsshow auf Public-Viewing-Leinwänden, im Fernsehen oder in "Gerhard's Café" in Fontvieille, dem jüngsten Stadtteil von Monaco.

Das Lokal ist schon von Weitem an seinem weißen Zeltdach zu erkennen. Mitten im Lokal hängt ein Flatscreen, auf dem immer halblaut Sport läuft. Nur am Wochenende nicht, da läuft Traumhochzeit. Auf dem Schanktisch liegen Muscheln neben Wurzelgnomen, an der Wand hängt eine Collage aus Schnappschüssen von fröhlichen Gästen.

Gerhard Kilian ist hier der Chef. Der gebürtige Wiener ist bestens auf die Fürstenhochzeit vorbereitet. Der Champagner ist eingekühlt, die Spritzkerzen liegen griffbereit. "Auf der Terrasse stellen wir ein Zelt auf, das mit rot-weißen Schleifen, den Farben der monegassischen Fahne, dekoriert ist", sagt der 53-Jährige, der seit 27 Jahren im Fürstentum lebt.

Seit 1998 gehört ihm das Bistro, in dem es Pastis und bayerisches Bier, aber auch Käsekrainer, mediterrane Spezialitäten und einen hervorragenden Weißwein aus dem Burgenland gibt.

Auf, Matrosen, ohe!

Als junger Mann ist Kilian zur See gefahren, hat im Hamburger Hafen zwischendurch Rindfleischhälften verladen und ist vor 27 Jahren als Matrose, unter anderem auf einer Jacht von Milliardär Adnan Kashoggi, in Monaco hängen geblieben. Mit einem Charter-Unternehmen für Jachten hat er ein kleines Vermögen gemacht, sich ein 16-Meter-Boot und das Bistro gekauft. Einmal im Monat lässt er beim Österreich-Stammtisch die alte Heimat aufleben: "Ein bisschen Nostalgie muss sein", sagt er.

"Aber ich bleibe hier, das ist nicht der schlechteste Platz zum Leben", betont Kilian und lächelt süffisant. Auch seine rechte Hand im Betrieb lässt sich das nicht mehr nehmen: Brigitte Koblbauer, eine gebürtige Mühlviertlerin, die "so schnell aus dem Paradies" nicht mehr weggeht. "Monaco ist ein Dorf, jeder kennt jeden. Fast wie daheim", sagt die 31-Jährige und lacht, "aber in Monaco ist alles so viel lockerer. Selbst eine Adelshochzeit ist hier eine lässige Sache."

MANUELA SWOBODA, MONACO

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