Faymann und Spindelegger streiten um eine Lady
Catherine Ashton, Außenbeauftragte der EU, kommt zum Wiener Opernball. Noch ist allerdings die Frage offen, wessen Gast sie jetzt wirklich ist.

Foto © APADicke Luft zwischen dem Außenminister und dem Bundeskanzler
Catherine Ashton ist eine der mächtigsten Frauen der Welt, derzeit aber noch ein unbeschriebenes Blatt. Am besten, man lernt die EU-Außenbeauftragte gleich näher kennen - dachten sich sowohl Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) als auch Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) und luden sie zum Wiener Opernball am 11. Februar ein. Bloß wusste das eine Büro nichts von den Aktivitäten des anderen, was zu diplomatischen Irritationen zwischen Ballhaus- und Minoritenplatz führte, wie die Kleine Zeitung exklusiv erfuhr.
Mitteleuropäische Operettenprobleme
Ashtons Brüsseler Büro sagte beiden zu. Denn sie hat Experten, die sich mit den Usancen im Nahen Osten und im Wilden Westen auskennen, nicht aber mit mitteleuropäischen Operettenproblemen. Schließlich wurde eine österreichische Lösung gefunden: Ashton wird mit Faymann vom EU-Gipfel in Brüssel nach Wien fliegen und am Abend sowohl dessen als auch Spindeleggers Loge besuchen. Im Außenministerium betont man aber weiter, Ashton wäre Spindeleggers Gast; im Kanzleramt glaubt man, sie werde zuerst bei Faymann sitzen. Und wer darf die britische Lady zum Walzer auffordern? Auch das wird sich ohne Rauferei auf der Tanzfläche lösen lassen.
Promi-Auflauf bei Fischer
Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) lädt den deutschen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle ein. Bundespräsident Heinz Fischer kommt zum Ball immer nur in Begleitung seiner Gatten Margit. Er verfügt als Staatsoberhaupt über eine eigene Loge, das Gedränge in dieser wird aber schlimm genug. Bisher haben sich 32 in- und ausländische Wirtschaftsmagnaten samt Gefolge angekündigt, die Sozialdemokratin Ashton und der Liberale Brüderle sind natürlich auch eingeladen. Hätte Fischer einen eigenen ausländischen Gast, müsste er sich den ganzen Abend um diesen kümmern und den anderen absagen.
Die anderen Mitglieder der Bundesregierung verzichten "in Zeiten der Wirtschaftskrise" auf eigene Logen und damit auf Staatsgäste. Drei Rote ersparen sich den Tanz gleich ganz: Gesundheitsminister Alois Stöger, Sozialminister Rudolf Hundstofer und Verteidigungsminister Norbert Darabos. Letzterer hat eine gute Ausrede. Er amtiert auch als Sportminister und muss die österreichischen Athleten bei den Olympischen Spielen in Vancouver anfeuern.















