Keszler: Gehen mit Organisation an unsere Grenzen
Der Organisator des Life Balls über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und warum Martin Humer "in der katholischen Kirche Pornos jagen" sollte.

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Den Life Ball zu organisieren, war wohl immer schon ein Drahtseilakt. Die Vorbereitungen für das heurige Spektakel am 17. Juli - das gleichzeitig die Auftaktveranstaltung für die Welt-Aids-Konferenz in Wien ist - stellen das routinierte Team rund um Gery Keszler aber auf eine besonders harte Probe: Gleich drei Events müssen geplant werden, gleichzeitig bekommt auch die Aids-Charity die Auswirkungen der Krise zu spüren.
APA: Der Life Ball ist heuer die Auftaktveranstaltung zu der
Welt-Aids-Konferenz in Wien. Hat sich die Organisation dadurch
erschwert?
Keszler: Wir haben heuer mit den Veranstaltungen im Rathaus,
Parlament und Burgtheater gleich drei Events zu organisieren. Das
Team ist aber nur minimal gewachsen. Ich sage ehrlich, dass uns das
heuer stark an unsere Grenzen treibt. Aber natürlich ist die
Aids-Konferenz auch eine einmalige Gelegenheit, den Life Ball auf
großer internationaler Bühne zu präsentieren.
APA: Wird die Internationale Aids Konferenz den Charakter des Life
Ball verändern?
Keszler: Nein, der Life Ball ist eine international anerkannte und
geschätzte Charity-Veranstaltung, der gerne schräger und provakanter
dargestellt wird als er ist. Als Auftaktveranstaltung zu AIDS 2010
werden wir heuer abermals eine wunderschöne Inszenierung am
Rathausplatz und ein tolles Programm bieten. Es macht uns stolz, dass
der Life Ball - eingebettet in diesen internationalen Kongress -
Repräsentanten der wichtigsten Organisationen im Kampf gegen HIV/Aids
begrüßen darf. Sie dienen ebenso wie unsere prominenten Gäste als
Sprachrohre für die Betroffenen. Wichtig ist, dass sich auch heuer
der Fun-Faktor und die Botschaft die Waage halten. Wenn das gelingt,
dann ist es perfekt, dann haben wir unser Ziel erreicht."
APA: Heuer gibt es zum ersten Mal eine Demonstration gegen den
Life Ball - organisiert von "Porno-Jäger" Martin Humer. Denken Sie,
dass es da beim Fest zu einem Konflikt kommen könnte?
Keszler: Es würde mich interessieren, ob er mit der selben Akribie
auch in der katholischen Kirche Pornos jagt. Aber ich möchte diesem
reaktionären Menschen eigentlich keine Bühne bieten. Ohne Life Ball
wären viele nationale und internationale Aids-Hilfsprojekte nicht
möglich. Durch Spendengelder, die wir durch den Event einnehmen,
konnte Aids Life mit Hilfe nationaler und internationaler Partner in
den vergangenen Jahren hunderttausende Menschen helfen, Prävention
und Aufklärung betreiben, wir unterstützen Straßenkinder und
Aids-Waisen in Europa über Afrika nach Asien, finanzieren
medizinische Behandlungen und ermöglichen Schulausbildung, spenden
Hoffnung und geben eine Zukunft. Wer dagegen demonstriert, ist
einfach ein Zyniker.
APA: Charity-Veranstaltungen bläst derzeit der raue Wind der
Wirtschaftskrise entgegen. Spüren Sie das auch?
Keszler: Es ist eines unserer schwersten Jahre, keine Frage. Wir
haben heuer zwar weniger Sponsoren, die uns unterstützen, aber dafür
renommierte Unternehmen, denen die Projekte des Life Ball ein
aufrechtes, gesellschaftspolitisches Anliegen sind - die im Kampf
gegen HIV/Aids etwas bewegen wollen und mit Aktionen öffentlich
aufmerksam machen.
APA: Der Kartenverkauf?
Keszler: Auf die normalen Eintrittskarten war natürlich ein Run.
Bei beim Verkauf von Tischplätzen und Logen hinken wir den
vergangenen Jahren noch ein wenig nach. Das liegt aber wohl auch
daran, dass es sich noch nicht herumgesprochen hat, dass die Kosten
dafür steuerlich absetzbar sind.
APA: Nach dem riesigen Life Ball 2010, machen Sie 2011 wieder die
"normale" Variante des Events?
Keszler: Derzeit konzentrieren wir uns auf den kommenden Life Ball
am 17. Juli. Für 2011 - lassen Sie sich überraschen.










