Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
24. Mai 2013 00:16 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Interview: "Die Scheibe verkauft sich immer noch" Ein Manager als uriger Hüttenwirt Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Kaernten Nächster Artikel Interview: "Die Scheibe verkauft sich immer noch" Ein Manager als uriger Hüttenwirt
Zuletzt aktualisiert: 08.02.2008 um 20:45 Uhr

Der Superstar auf der Stehleiter

Sehr schnell, sehr laut, modern, beklemmend und dennoch seelenlos: "Jesus Christ Superstar" am Stadttheater Klagenfurt. Ein Naja-Erlebnis.

Foto © Stadttheater Klagenfurt/Helge Bauer

Hartes Licht, eine Gefängnishofbühne (Rainer Sinell), eine Menge junger cooler Typen, die auf dem effektvoll schillernden Musikteppich von Andrew Lloyd Webber dem nachrennen, der gerade angesagt ist: Jesus von Nazareth.

Recycelt. Josef Ernst Köpplinger hat seine Grazer "Jesus Christ"-Inszenierung (Oktober 2004) für Klagenfurt recycelt. Straff, schnell und präzise rollen die letzten sieben Tage von Jesus Christus ab, unterstützt vom prägnant polierten Rhythmus, den Jeff Frohner mit seinen Musikern durch den Verstärker jagt. Wie in Graz zeichnet Daniel Prohaska den Mann aus Nazareth mit einer zwischen Rock-, Kreisch- und Piano-Passagen sicher kletternden Stimme, aber wenig Charisma. Aber vielleicht ist so ein Erlöser-Job auch bloß business as usual.

Produktion. Die hippe Straßengang, die sich um Jesus versammelt, gehört zur schweigenden Mehrheit, ist leicht manipulierbar und glaubt nicht einmal an sich selbst. Das zeigt die Produktion mit den von derselben Besetzung gespielten Neigungsgruppen (Anhänger, geifernde Menge, Aussätzige, Reporter) überdeutlich. Und natürlich ist da noch der Verräter Judas (Boris Pfeifer), der zum Establishment wechselt, weil er mit dem Programm der Jesus-Firma nicht zufrieden ist.

Tanz. Choreographin Ricarda Regina Ludigkeit lässt dem Ensemble bei Rap, Rock´n´Roll und Breakdance die Zügel zu locker, diverse Premieren-Schlampereien (Massenszenen; Judas mit Stricken) sollten zu beseitigen sein. Köpplinger zieht gegen die Bibel-Bilder im Kopf und einzelne Szenen gekonnt ins Heute:

(Konsum-)Tempel. Beklemmend, wie die Hohepriester im Manager-Outfit den "Hosanna"-Einzug in Jerusalem auf der Videowall verfolgen und mit Handy, Laptop und Scheckbuch über Leichen gehen. Ein Gelage mit Wühltischen, Einkaufswagen und Sexsklaven im (Konsum-) Tempel, die Leprakranken als Alptraum, das "Letzte Abendmahl" als Verschnitt von da Vinci und Mc-Catering, der ausgepeitschte Jesus in den Armen von Pilatus, arrangiert als Pieta der Hoffnungslosigkeit. Alles gut gemacht, durchdacht, beklemmend, aber letztlich clean. Unnahbar wie die Figuren mit roten Augenbinden, die an den Parkettseiten auftreten.

Funke. Nur selten springt der Funke über: Bei den Auftritten der Maria Magdalena, in deren (wirkungsvollen) Liedern Juliana de Aquino die Zeit anhält und beim in seinen Zweifeln gefangenen Pontius Pilatus von Erwin Windegger. Als schrille Karikatur gibt Previn Moore den Herodes.

Schlussbild Problematisch ist das Schlussbild: Nun spricht nichts dagegen, ein Ende, das jeder kennt, zu ändern. Nur blöd, wenn einem keine wirkliche neue Lösung einfällt. Jesus stirbt mit in die Luft genagelten Armen auf einer Stehleiter, steigt herab und begegnet Judas im sanften Schneegestöber. Mehr als ein Naja-Erlebnis ist das nicht.

USCHI LOIGGE

Rock-Oper

  • Was? Rock-Oper von Andrew Lloyd Webber, Libretto von Tim Rice
  • Wann? 7. Februar bis 27. April
  • Regie: Josef E. Köpplinger

Im Sommer

Sommertermine 26. Juli bis 9. August 2008.

Karten

Unter der Telefonnummer
(0 46 3) 540 64.

Premieren 2008

  • Die lustige Witwe von Franz Lehàr am 6. März
  • Schlafes Bruder nach einem Roman von Robert Schneider am 29. März
  • Meisterklasse von Terrence McNally am 17. Mai

Beauty & Fashion

Die aktuellsten Trends, die angesagtesten Highlights: Das Kleine Mode-Special.

KLEINE.tv

McCartney kämpft für Pussy Riot

In einem handgeschriebenen Brief hat Ex-Beatle Paul McCartney (70) ein r...Noch nicht bewertet

Newsletter

Fotos und News aus der Welt der Promis und der glitzernden Modewelt.

 


Star-Bilderserien

Erhöhte Promidichte bei der Cinema-Against-Aids-Gala in Cannes 

Erhöhte Promidichte bei der Cinema-Against-Aids-Gala in Cannes

 

Horoskop

Liebe, Beruf, Gesundheit: Wie es um unser persönliches Glück steht, verraten uns die Sterne!



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang