Erfolgreiche Trachtendesignerin aus Kärnten
Andrea Mojescick-Plieschnegger ist Chefdesignerin bei "Krüger", "K&K Kaiserjäger" und "Strohmaier" - Kollektion bei "Germanys next Topmodel" präsentiert

Foto © Monte Christo
Mit 16 Jahren hat Andrea Mojescick-Plieschnegger in ihrem Elternhaus in St. Donat (Bezirk St. Veit) in Kärnten bereits die ersten Entwürfe für Trachtenmode gezeichnet. Mit 39 Jahren zeichnet sie heute 600 "oder mehr" Entwürfe im Jahr und ist Chefdesignerin von drei Trachtenhäusern, nämlich der "Krüger Dirndl-Manufaktur" in Stuttgart, von "K&K Kaiserjäger" in Salzburg sowie von "Strohmaier" in Kärnten. Ganz nebenbei hat sie noch ein eigenes Atelier mit vier Mitarbeitern in Wien und das eigene Label "Monte Christo".
Dass das Publikum des legendären Oktoberfestes in München inzwischen alljährlich auf ihre neuesten Kreationen wartet, ist die Designerin schon gewohnt. Mediale Aufmerksamkeit ist ihr durchaus bekannt, immerhin hat sie es mit ihrer Mode schon auf die Titelseite des "Münchner Merkur" geschafft, erzählte Mojescick-Plieschnegger im Gespräch mit der APA.
Donnerstagabend bekam sogar ein Millionenpublikum ihre neuesten Entwürfe aus der jungen Linie "Krüger-Madl" zu Gesicht. In der aktuellen Folge des ProSieben Quotenhighlights "Germanys next Topmodel" präsentierten die Nachwuchsmodels in Las Vegas Trachtenmode der Kärntnerin. Die Chefdesignerin war bei den Dreharbeiten in den USA mit dabei und saß auch in der Jury.
"Es war meine Idee, an ProSieben heranzutreten, mit der Sendung erreichen wir ein junges Publikum", erzählte die Kärntnerin nicht ohne Stolz. Erfahrung mit Models hat sie zur Genüge. "Ich bin immer dabei, wenn sie ausgesucht werden", erklärte Mojescick-Plieschnegger. Unterschiede zwischen einem herkömmlichen und Trachtenmodel gibt es übrigens kaum. "Spritzig muss sie sein und kein fades Mädel", sagte die Designerin.
Dass Mojescick-Plieschnegger für jeden ihrer drei Auftraggeber jährlich je zwei Kollektionen entwerfen muss, stellt für sie kein Problem dar. Während "Krüger" als Topdesigner mit teilweise sehr aufwendigen und teuren Trachten gilt, ist bei "K&K Kaiserjäger" die klassische Linie angesagt, "Strohmaier" gilt hingegen als Individualist am Markt. "Ich kann mich also voll austoben", so die Designerin. Mit keiner der drei Firmen hat sie übrigens einen schriftlichen Vertrag. "Das ist alles per Handschlag ausgemacht", sagte die Modemacherin.
Auf der Suche nach neuen Ideen ist die Kärntnerin weltweit unterwegs. "Ich bin immer auf der Suche nach Besonderheiten. Wo immer ich bin, besuche ich Museen oder Antiquariate", erzählte Mojescick-Plieschnegger, die auch über einen umfangreichen Fundus an alten Trachten verfügt. Zu ihren Lieferanten zählen Spitzensticker aus Vorarlberg genauso wie ein Seidenweber aus dem Waldviertel. Innenfutter und Spitzen bezieht sie aus Spanien, bedruckte Stoffe aus Italien und Seide aus Indien.
Derzeit arbeitet sie an ihren Kollektionen für den Sommer 2012. Schon diesen Herbst könnte eine "Heinrich-Harrer-Tracht" auf den Markt kommen. Der 2006 verstorbene Abenteurer lebte von 1946 bis 1951 in Lhasa und wurde dort zum Freund des Dalai Lama. Deshalb wird die Tracht viele tibetische Elemente enthalten. Nach dem Vorbild alter Stoffe aus dem Harrer-Museum in Hüttenberg wurden tibetische Stoffe nachgewebt. Das Gewand wird auch nur acht Knöpfe haben, denn den Tibetern gilt die Acht als Glückszahl.











