Mit vollen Segeln für die Integration
Yachtclub Velden Integrativ hat sein erstes Segelboot getauft - für Menschen mit Behinderungen.
Nicht alle Menschen brauchen alle Sinne und alle Gliedmaßen, um vorzüglich segeln zu können. Auch ein Blinder kann Kapitän sein und viele Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen wissen genau, wohin sie steuern müssen. Das weiß auch der 2007 gegründete Yachtclub Velden Integrativ, der vor Kurzem in der Bootswerft Schmalzl sein erstes Segelboot getauft hat. Taufpatin und Namensgeberin ist die neue Sozialreferentin Nicole Cernic, die für die Bootstaufe ihren Urlaub unterbrochen hat.
Integrativ. Behinderte Menschen sollen durch das Segeln gefördert und in die Gesellschaft integriert werden, betont Initiator Anton Fritzer, Leiter der Heimstätte Birkenhof, wo das Segelboot mithilfe des Köstenberger Bootsbauers Feichter zusammengebaut wurde. Es ist ein unsinkbares Mini 12-Racer-Kielboot. Die Segler sitzen in der Mitte und der Steuerhebel, die Pinne, ist vorne angebracht. "Wenn sich beeinträchtigte Menschen wie gesunde benehmen können, stärkt das ihr Selbstvertrauen", erklärt Fritzer. "Die Freude an der eigenen Leistung motiviert zu weiteren Erfolgserlebnissen", weiß Club-Präsident und Arzt Andreas Perchinig.
Eigenverantwortung. Wesentlich ist die Eigenverantwortung. "Sie bewirkt einen Schub in der physischen und psychischen Entwicklung", bekräftigt Club-Obmann Erich Hartl-Prager. Natürlich werden Behinderte am See von vorausfahrenden Begleitern betreut. Das erste Begleitboot, ein Motorschlauchboot, wurde dem Yachtclub Velden Integrativ vom Veldner Yachtclub unter Günther Perchinig geschenkt.
Schnupperkurse. Man hofft auf neue Mitglieder und Sponsoren, um weitere Boote kaufen zu können. In der neuen Marina des Yachtclubs soll der Yachtclub Integrativ fünf Liegeplätze erhalten. Segel-Schnupperkurse für Behinderte sollen noch im September stattfinden.











