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Zuletzt aktualisiert: 06.07.2008 um 15:06 UhrKommentare

Er ging, ohne Abschied zu nehmen

Leander Bukoschek, Künstler und Techniker, ist im Alter von 65 Jahren verstorben. Er war Philosoph. Und er hat es gehasst, Abschied zu nehmen.

Wie ein Lauffeuer hat sich gestern die Nachricht vom Tod Leander "Lele" Bukoscheks (65) verbreitet. Wie berichtet, war der legendäre "Bahnhofsrestler" vom "Stadtgerücht zu Clagenfurth" am Freitag in seinem Atelier in Klagenfurt-Annabichl verstorben. Ob er unglücklich gestürzt war oder einem Herzinfarkt erlegen ist, soll eine Obduktion ergeben. Es ist schrecklich, unfassbar, sagt jeder seiner Freunde und Bekannten. "Er hatte etwas so Philosphisches, das war g'scheit, was er gemacht hat", meint beispielsweise Jörg Schlaminger, Intendant der Südkärntner Sommerspiele: "Es war eine Endzeitphilosophie. Er kam mir ein bisschen vor wie ein trauriger Clown." Ein trauriger Clown mit viel Humor und enormer Kreativität. "Er war ja nicht nur Stadtrichter, er war ein Mensch", betont seine Frau Elke, nach 35 Jahren Ehe: "Sein größtes Interesse, seine Liebe galt der Malerei." Und auch der Bildhauerei - im Kleinen: Jeder wollte einen haben, einen von Leles "politischen Zwergen". Eine der kleinen Tonfiguren, denen er die Antlitze von Politikern verpasste.


Fünfzig Patente.
Leander Bukoschek hatte auch einen "Brotberuf": Der Diplomingenieur entwickelte technische Geräte für Philips. "50 Patente hatte er", sagt seine Witwe. Einer internationalen Karriere stand nur eins im Weg: "Er wollte auf keinen Fall weg aus Klagenfurt." Er war oft ein stiller Beobachter, der Mann, der viele seiner Pointen formulierte, nachdem er, wie er selbst erklärte, den Leuten an der Theke zugehört hatte. Abschied zu nehmen, hat er gehasst. Wenn er eine Freundesrunde verließ, tat er das ganz leise. Plötzlich war er weg. Nie ohne zu bezahlen.


Trauer.
Plötzlich ist er weg. Frau, Tochter, zwei Enkel, Freunde, Kollegen, ließ er - sicher nicht freiwillig - in Trauer zurück. Die Erinnerung an schöne, gemeinsame Stunden kann ihnen niemand nehmen.

ELISABETH PEUTZ

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