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Zuletzt aktualisiert: 29.08.2009 um 12:02 UhrKommentare

Michael Jackson getötet

Der "King of Pop" ist getötet worden - so lautet das amtliche Ergebnis der Gerichtsmedizin von Los Angeles.

Foto © Reuters

Michael Jackson wurde am 25. Juni nicht Opfer eines tragischen Unfalls, sondern eines Tötungsdelikts. Eine "akute Vergiftung" mit dem Narkosemittel Propofol war die Ursache für das Herzversagen, wie der zuständige Gerichtsmediziner am Freitag bekannt. Ob ein Vorsatz für das Tötungsdelikt vorlag oder Jacksons Tod im Alter von nur 50 Jahren durch Nachlässigkeit verursacht wurde, muss nun die Justiz klären. Der Tod des Popstars, wenige Tage vor dem geplanten Beginn seiner Comeback-Auftritte in London, hatte Millionen Menschen in aller Welt schockiert. Jackson hätte heute, Samstag, seinen 51. Geburtstag gefeiert.

Außer dem Anästhesiemittel Propofol trug auch das Medikament Lorazepam "primär" zu seinem Tod bei, stellten die Gerichtsmediziner fest. Lorazepam wirkt gegen Angstzustände. Die gerichtsmedizinische Untersuchung wies Spuren vier weiterer Medikamente nach, darunter die Beruhigungsmittel Diazepam (Valium) und Midazolam (Versed). Der komplette Autopsiebericht sowie der toxikologische Befund bleiben auf Antrag der Polizei und des Staatsanwalts unter Verschluss. Die Gerichtsmedizin werde auf das Ergebnis ihrer Untersuchungen deshalb auch nicht weiter eingehen, hieß es.

"Meine Milch"

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht Jacksons Privatarzt Dr. Conrad Murray. Er hatte zu Protokoll gegeben, dass er seinem Patienten auf dessen Verlangen Propofol gab. Der Sänger litt an schweren Schlafstörungen und hatte in der Nacht vor seinem Tod trotz der vielen Beruhigungspillen keine Ruhe finden können. Murray gab in der Polizeivernehmung zu, dass er dem Sänger über viele Wochen hinweg täglich Propofol zum Schlafen gegeben hatte. Jackson nannte das starke Betäubungsmittel wegen seiner weißlichen Farbe "meine Milch". Propofol wird normalerweise nur in Krankenhäusern gespritzt und erfordert die ständige Überwachung des Patienten.

Dennoch ging Murray nach der Injektion von Propofol eigenen Angaben zufolge zur Toilette und ließ Jackson allein. Bei seiner Rückkehr habe der Popstar nicht mehr geatmet. Seine Wiederbelebungsversuche scheiterten, erklärte der Kardiologe der Polizei. Statt umgehend über den Notruf 911 Hilfe anzufordern, ließ er dem Polizeibericht zufolge 82 Minuten verstreichen. Nachforschungen ergaben, dass er in dieser Zeit drei Gespräche von insgesamt 47 Minuten Dauer über sein Mobiltelefon führte.

Die Generalstaatsanwaltschaft von Los Angeles kündigte an, sie werde auf Bitten der Polizei auch andere Ärzte überprüfen, bei denen Jackson in den vergangenen Monaten in Behandlung gewesen sein könnte. Der Popstar hat seit Jahren einen stets wechselnden Medikamentencocktail zu sich genommen - meist eine Mischung aus Schlaf- und Beruhigungsmitteln, sowie Angst- und Stresslösern beziehungsweise Antidepressiva.


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