Chaos beim Vorverkauf für Jackson-Tribute
Hackerangriff, Server- Zusammenbruch und noch immer keine Ahnung, wer auftreten wird. Wien bereitet sich dennoch schon jetzt auf einen Ansturm vor.

Foto © ReutersMichael Jackson - Tribute-Konzert in Schönbrunn
Hochspannung vor dem Vorverkauf-Start für das Tribute-Konzert für Michael Jackson: Ab Donnerstag, 17.00 Uhr gibt es die Tickets für das Großevent, das am 26. September vor dem Schloss Schönbrunn in Wien über die Bühne gehen wird. Schon jetzt ist der Andrang bei den diversen Kartenbüros in Wien groß. Und das, obwohl noch nicht klar ist, was den Besuchern abgesehen von der imperialen Kulisse dort geboten wird.
Denn nach wie vor ist nicht bekannt, welche Künstler - abgesehen von Initiator Jermaine Jackson - auftreten werden. Stars wie Madonna, Lionel Ritchie oder U2 gelten als mögliche Kandidaten. Von Zusagen ist aber noch nichts bekannt.
"Die Telefone laufen heiß"
Trotzdem: "Die Telefone laufen heiß", berichtete eine Mitarbeiterin des Vienna-Ticket-Office am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Es gebe bereits viele Vorreservierungen, hieß es. Wobei eine solche keine Garantie ist, dass man tatsächlich das begehrte Ticket bekommt. Denn wo welche Kontingente verkauft werden, ist noch nicht bekannt. Auch bei Ö-Ticket und Wien-Ticket wird bestätigt, dass es bereits viele Anfragen gibt.
Tickets um 60 Euro aufwärts
60 Euro aufwärts, je nach Kategorie, werden die Tickets kosten, hieß es auf APA-Anfrage seitens der Veranstalter. Ab Donnerstag 17 Uhr sollen dann Preise, Kategorien und Verkaufsstellen online unter http://www.tribute2009.com abrufbar sein. Dass der Kartenverkauf beginnt, noch ehe die Acts für das Tribute feststehen, habe man so nicht planen können, "weil wir noch nicht wissen konnten, wann Jermaine Jackson nach Wien kommen kann", so eine Sprecherin.
In den nächsten zehn Tagen wird Jackson erwartet, um im Rahmen einer Pressekonferenz Auskunft über zumindest einige der Stars zu geben, die seinem Bruder Michael vor dem Schloss Schönbrunn die letzte Ehre erweisen. Ob dann überhaupt noch manche der 85.000 aufgelegten Tickets übrig sein werden, darauf ist man bei den Veranstaltern "selbst schon sehr gespannt".
Die Pressekonferenz wird im Rathaus stattfinden. Neben Jacko-Bruder Jermaine werden daran Veranstalter Georg Kindel und Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner (S) teilnehmen. Einen Termin dafür, so hieß es, gebe es noch nicht.
Nach Angaben der Veranstalter verzeichnete die Homepage zu Vorverkaufsbeginn mehr als 1 Mio. Zugriffe, woraufhin der Server zusammenbrach. Zudem habe es einen Hacker-Angriff gegeben: Kurzfristig war auf der Homepage etwa die "Kategorie B - eh auch super" zum Preis von 200 Euro zu lesen.
Kommunalpolitisch sorgen inzwischen Gerüchte für Diskussionen, wonach die Stadt das Event mit 600.000 Euro fördert. Der stellvertretende FP-Klubobmann im Rathaus, Herbert Madejski, sprach sich am Donnerstag in einer Aussendung gegen eine solche Subvention aus - und auch gegen die geplante Sperre der Westeinfahrt. "Die Umstände des Konzertes muten bislang etwas unprofessionell an", befand Madejski.
Laut dem FP-Politiker ist nicht auszuschließen, dass am 26. September der Bruder von Michael Jackson und andere "B-Künstler" 20 Lieder des Verstorbenen zum Besten geben und die Besucher "die Blöden" sind. Das Konzert werde an sich von der FPÖ begrüßt, die Vorbereitungen dürften bisher jedoch nicht einmal den Standards eines "Bunten Abends" in der Kleingartenanlage "Heckenklescher" entsprechen, mutmaßte Madejski.
Beachtliche Wertschöpfung berechnet
Während es zu den Kosten offiziell noch keine Angaben gibt, liegen bereits Schätzungen über die Wertschöpfung vor. Laut Wiener Wirtschaftskammer dürfte diese rund 35 Mio. Euro betragen. Davon würden vor allem Hotels, Gastronomie und der Wiener Handel profitieren. Der Werbewert bei einer weltweiten TV-Übertragung soll rund 50 bis 100 Mio. Euro ausmachen. Das ist deutlich mehr als das jährliche Wien-Tourismus-Werbebudget von 17 Mio. Euro, hieß es.
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Jermaine Jackson fixierte das Konzert in WienFoto © Reuters
Fakten
Veranstaltet wird das Jackson-Tribute von "Save the World Award"-Organisator Georg Kindel. Jermaine Jackson war Ende Juli in Wien zu Besuch, um einen "Save the World Award" für den verstorbenen Michael Jackson entgegenzunehmen. Kindel rechnet bei der globalen TV-Übertragung mit mehreren Millionen Zusehern.








