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Zuletzt aktualisiert: 26.06.2009 um 16:10 UhrKommentare

Michael Jackson: Letzter Vorhang für den "King of Pop"

Die amerikanische Pop-Legende Michael Jackson ist tot. Er wurde nur 50 Jahre alt. Exzentrik und Skandale überschatteten seine beispiellose Begabung

Foto © Reuters

Der letzte Vorhang ist gefallen für den "King of Pop". Im Alter von nur 50 Jahren ist Michael Jackson am Donnerstag in Los Angeles gestorben. Herzstillstand, lautet die erste Diagnose der Mediziner. Eine Autopsie sollte noch am Freitag genaueren Aufschluss über die Todesursache geben. Die Fans weltweit reagieren geschockt, stand ihr Idol doch nach jahrelanger Bühnenabstinenz kurz vor der Rückkehr ins Scheinwerferlicht. Mitte Juli sollte in London das erste einer Serie von 50 Konzerten stattfinden. Es wäre die Chance für Jackson gewesen, nach Jahren der Skandale um Missbrauchsvorwürfe, finanzielle Schwierigkeiten und Gesichtsoperationen wieder Schlagzeilen als Musiker zu machen.

Tragischer Schlusspunkt. Sein früher Tod ist tragischer Schlusspunkt einer Künstlerkarriere, die glanzvolle Höhen erklommen und schmerzhafte Tiefen durchlebt hat. Schon mit vier Jahren stand Jackson mit den Jackson Five auf der Bühne. In den 80er Jahren stieg er dank seines Talents als Komponist und Tänzer auf zum "King of Pop", der die Musik revolutionierte. Sein Album "Thriller" ist mit weltweit mehr als 41 Millionen Exemplaren immer noch das meistverkaufte Album aller Zeiten. Mit dem "Moonwalk" brachte er eine neue Tanzform auf die Bühne, der provozierende Griff in den Schritt wurde Jacksons Markenzeichen.

Harte Zeit als Kinderstar. Doch die harte Zeit als Kinderstar - Jackson sprach später auch von Misshandlungen durch seinen Vater - und der weltweite Ruhm setzten ihm offenbar zu. Der Superstar machte bald weniger mit Musik als mit Geschichten über einen Schimpansen als bestem Freund, mit veränderter Nasenform und Hautfarbe und überraschenden Hochzeiten von sich reden. Jackson schuf sich seine eigene Welt und verhielt sich immer auffälliger. "Whacko Jacko" wurde er genannt - "verrückter Jackson". Zwei Ehen, eine mit der Elvis-Tochter Lisa Marie Presley und eine mit einer Krankenschwester, die ihm zwei Kinder gebar, dauerten jeweils nur kurz. Ein weiteres Kind ließ Jackson von einer unbekannten Leihmutter austragen - und ließ es im Berliner Adlon-Hotel aus dem Fenster baumeln, wofür er sich später entschuldigte.

Der Ruhm zerstörte ihn. "Er wurde so reich, so mächtig und so berühmt, dass er sich aus jeder Art von Wirklichkeit zurückziehen durfte", sagte der Popkultur-Experte Robert Thompson von der US-Universität Syracuse im vergangenen Jahr. "Michael Jackson ist das perfekte Beispiel für jemanden, den die Wucht seines Ruhms zerstört hat."

Wegweisende Pop-Alben gehören ebenso zu Jacksons Vermächtnis wie die Tatsache, dass er in den USA 2005 unter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs minderjähriger Buben vor Gericht stand. Das Urteil der Geschworenen lautete damals auf Freispruch. Das Urteil der Öffentlichkeit fiel harscher aus: Jackson verlor die Gunst vieler Fans. Das Image-Desaster durch die Pädophilievorwürfe begleitete den künstlerischen Absturz. Seine letzten Alben floppten, die Kritiker fällten vernichtende Urteile, finanzielle Probleme beschleunigten den Niedergang der Pop-Ikone.
Rast- und heimatlosen Nomaden. Jackson flüchtete sich in das Dasein eines rast- und heimatlosen Nomaden. Öffentliche Auftritte mied er. Fotos zeigen einen Mann, dessen Gesicht durch chirurgische Eingriffe geprägt schien. Dass er sich die Haut habe bleichen lassen, bestritt Jackson allerdings bis zuletzt.

Comeback. Mit seinem geplanten Comeback wollte Jackson an die Zeit der Triumphe anknüpfen. Vielleicht trieb ihn dabei das Verlangen, nicht als tragische Figur in Erinnerung zu bleiben. Wahrscheinlich spielten auch finanzielle Gründe eine Rolle. In US-Medien häufen sich Berichte über Millionen-Schulden. Etwa 50 große Konzerte wollte Jackson in den kommenden Monaten geben, die Karten dafür waren schnell ausverkauft. Dem Bühnen-Genie muss es gefallen haben, dass er noch immer die Massen anziehen konnte.


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Prozess: Jubel unter den Jackson-Fans 

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