Frühe Todesfälle von Elvis bis Falco
Zahlreiche Musiker starben in den vergangenen Jahrzehnten in jungem Alter und wurden nicht zuletzt dadurch zum Mythos.

Foto © ReutersJimi Hendrix (1942 - 1970)
Während Rolling Stones-Gitarrist Brian Jones, Jimi Hendrix,
Janis Joplin, Jim Morrison und Kurt Cobain zum "Klub 27" zählen, da
sie alle im Alter von 27 Jahren unter mehr oder weniger mysteriösen
Umständen verstarben, rüttelten auch die unerwarteten Todesfälle von
Elvis Presely, Freddie Mercury und John Lennon die Musikwelt auf. Der
österreichische Popstar Falco kam am 6. Februar 1998 im Alter von 40
Jahren bei einem Autounfall ums Leben. Gestern, Donnerstag, starb
Michael Jackson im Alter von 50 Jahren nur wenige Wochen vor seiner
groß angekündigten Comeback-Tour. Im Folgenden ein chronologischer
Abriss von Todesfällen junger Musiker:
Brian Jones (1942-1969)
Der Gitarrist war neben Mick Jagger
zeitweise die populärste Figur der "Rolling Stones". Wegen seines
regelmäßigen Drogenkonsums wurde er zweimal verhaftet. Eine
neunmonatige Haftstrafe wandelten die Richter in eine Geldbuße um,
weil ein Psychiater ihn als selbstmordgefährdet einstufte. Nur vier
Wochen, nachdem er sich von der Band getrennt hatte, wurde er am 4.
Juli 1969 tot aus dem Pool seiner Villa in der englischen Stadt
Hartford gezogen. Der Asthmakranke war nach einem Drogenexzess
ertrunken.
Jimi Hendrix (1942-1970)
Der von vielen als der genialste
Gitarrist aller Zeiten gefeierte Hendrix wurde wie so viele mit dem
plötzlichen Status des Superstars nicht fertig. Seine Groupie-Orgien
im Drogenrausch machten Schlagzeilen. Am 18. September 1970 starb der
"schwarze Elvis Presley" ("New York Times") in einem Hotelzimmer in
London. Nach Einnahme von Alkohol und Tabletten war er erstickt.
Janis Joplin (1943-1970):
Die Tochter eines vermögenden
Ölmanagers lebte nach der Devise: "Berausch dich, sei fröhlich und
fühl dich wohl." Zeitweise trank sie bis zu einem Liter
Bourbon-Whiskey täglich. Ihr schriller Bluesgesang ließ sie zu einem
Leitbild der Hippie-Ära werden. Heroinvergiftet, mit 14 Einstichen im
linken Unterarm wurde sie am 4. Oktober 1970 in einem kalifornischen
Motelzimmer aufgefunden.
Jim Morrison (1943-1971)
Der Sänger und Kopf der legendären
Blues- und Rockband "The Doors" inszenierte viele seiner
Bühnenauftritte im Drogenwahn. Seine Ausfälle führten im Frühjahr
1971 zur Trennung. Morrison, mitunter als James Dean der
68er-Generation eingestuft, starb am 3. Juli 1971 in einem Hotel in
Paris an einem Herzschlag.
Elvis Presley (1935-1977)
Der "King of Rock 'n' Roll" litt
gegen Ende seines Lebens an Übergewicht und einer starken
Medikamentenabhängigkeit. Zudem hatte er in seinen letzten Jahren
Konzert-Marathons von bis zu 150 Shows pro Jahr absolviert. Am 16.
August 1977 wurde Elvis im Alter von 42 Jahren leblos am Boden seines
Badezimmers aufgefunden. Bald nach seinem Tod kamen erste Gerüchte
auf, dass Elvis noch am Leben sei. Der Mythos war begründet.
Keith Moon (1947-1978)
"The Who" schätzten ihren Drummer nicht
nur wegen seiner Showbegabung und Virtuosität. Der Brite zertrümmerte
oft mit seinen Kollegen als Konzert-Höhepunkt die Instrumente. Keith
Moon starb am 7. September 1978 im Alter von 31 Jahren an einer
Überdosis des Medikaments Heminevrin, das ihm zur Dämpfung seiner
Alkoholsucht verschrieben worden war.
Sid Vicious (1957-1979)
Als Bassist der britischen
Punk-Formation "Sex Pistoles" trug Vicious erheblich zum Schockimage
der Band bei, die weniger durch musikalische Brillanz als durch
schiere Provokation die "No-Future-Generation" begeisterte. Nach
einer wüsten Orgie starb 1978 das Groupie Nancy Spungen in Vicious'
Hotelzimmer in New York unter ungeklärten Umständen. Er wurde auf
Kaution vorübergehend freigelassen. Eine Überdosis Heroin tötete ihn
am 2. Februar 1979.
Bon Scott (1946-1980)
Der ehemalige Sänger der australischen
Band AC/DC starb am 19. Februar 1980 nach einer durchzechten Nacht
auf dem Rücksitz des Autos eines Freundes.
John Bonham (1948-1980)
Der Schlagzeuger der britischen
Rockband Led Zeppelin erstickte am 25. September 1980 im Haus von
Jimmy Page, wo die Proben für die nächste Tournee stattfinden hätten
sollen. Die Band löste sich daraufhin auf.
John Lennon (1940 - 1980)
starb am 8. Dezember 1980. Der
legendäre Beatle war von dem geistig verwirrten Attentäter Mark David
Chapman in New York vor dem Dakota Building, in dem Lennon mit seiner
Frau Yoko Ono ein Appartement bewohnte, erschossen.
Freddie Mercury (1946 -1991)
Nur einen Tag vor seinem Tod am
24. November 1991 machte Freddie Mercury, der als exzentrischer
Sänger von Queen zu den bedeutendsten Musikern der 70er- und
80er-Jahr zählte, seine Aids-Erkrankung öffentlich. Mercury war die
maskulinste "Diva" im Rockbusiness gewesen. Kein Lederkostüm konnte
ihm zu ausgefallen und erotisch provokant, kein Auftritt zu
bombastisch inszeniert sein, aus seiner Bisexualität machte er nie
ein Hehl. Mercury starb an den Folgen einer Lungenentzündung.
Kurt Cobain (1967-1994)
Als Ikone der "no Future"-Generation
wurde der "Nirvana"-Sänger und -Gitarrist von seinen Fans verehrt.
Fast jeden Tag habe er an Selbstmord gedacht, sagte Cobain kurz vor
seinem Tod. Vermutlich am 5. April 1994 schoss sich der 27-jährige
Musiker, der mit der Rocksängerin Courtney Love verheiratet und für
seine Alkohol- und Drogenexzesse berühmt-berüchtigt war, in seinem
Haus in Seattle in den Kopf.
Michael Hutchence (1960-1997)
Nackt und mit einem Gürtel
erhängt wurde der australische INXS-Sänger Michael Hutchence 1997 in
einem Hotelzimmer in Sydney - kurz nach Veröffentlichung eines neuen
Albums - gefunden. Während die Behörden den Fall als Selbstmord zu
den Akten legten, bestritt seine Lebensgefährtin Paula Yates dies
stets: Hutchence sei ein großer Anhänger sado-masochistischer
Praktiken gewesen und bei einem fehlgeschlagenen Sex-Spiel gestorben.
Mehrfach habe er darüber gesprochen, sich teilweise zu erdrosseln, um
damit noch größere Lust bei der Selbstbefriedigung zu haben.
Falco (Hans Hölzel, 1957-1998)
Falco war der einzige
österreichische Musiker, der in den USA auf Platz 1 der Charts landen
konnte. "Rock Me Amadeus" machte den am 19. Februar in Wien geborenen
Hans Hölzel zu einem weltweit gefeierten Star, der zu Lebzeiten 60
Millionen Tonträger verkaufte. Sein Ruhm nahm in Folge kontinuierlich
ab. Bei der Ausfahrt vom Parkplatz einer Disco in der Dominikanischen
Republik rammte ein Bus seinen Geländewagen. Bei der Obduktion wurden
ein Blutalkoholwert von 1,5 Promille und große Mengen an Kokain sowie
Marihuana nachgewiesen. Wenig später erschien posthum das Album "Out
of the Dark (Into the Light)" und wurde zu einem großen Erfolg. 2008
kam die Filmbiografie "Falco - Verdammt, wir leben noch!" des
Regisseurs Thomas Roth mit Manuel Rubey in die heimischen Kinos.
Michael Jackson (1958 - 2009)
Der "King of
Pop" stirbt nach einem Herzinfarkt in einem Krankenhaus in Los
Angeles. Mitte Mai war der mit Spannung erwartete Auftakt von
Jacksons geplanter Comeback-Tour in London vom 8. Juli auf den 13.
Juli verschoben worden. Drei weitere der insgesamt 50 geplanten Shows
sollten erst im März 2010 nachgeholt werden. Die Terminverschiebung
habe organisatorische Gründe, hieß es damals. Tragisch stimmt ein
Zitat des Sängers vom März, als er die Comeback-Konzerte mit dem
Titel "This Is It" ankündigte: "Das werden meine letzten Shows sein.
Das wird es sein. Wenn ich sage, das ist es, dann meine ich wirklich,
das ist es."








