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26. Mai 2013 11:09 Uhr | Als Startseite
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Zuletzt aktualisiert: 16.04.2009 um 20:29 UhrKommentare

Keine Frage der Herkunft

Scharfe Worte von Tanzprofi Kelly Kainz zum Urteil der Jury.

Letzte Woche im ORF-Ballsaal glaubte ich von jemanden zu hören, dass kein Kärntner oder keine Kärntnerin einen Wiener Walzer tanzen kann.

Überraschung. Als ich dort saß, sagte ich zu mir selbst: Sicherlich würde niemand so ignorant sein, so etwas zu sagen. Aber Überraschung, mein Deutsch ist gar nicht so schlecht und es wurde tatsächlich gesagt. Die offensichtliche Erklärung dieses dummen Kommentars war natürlich, dass der Tanz aus Wien stammt und deshalb könnten diesen auch nur Personen aus gerade dieser Stadt tatsächlich meistern.

Herkunft. Nach der Show hatte ich ein wenig Zeit, um mehr über diesen Kommentar nachzudenken. Ich bin gebürtige Britin und darf mich als Spezialistin für lateinamerikanische Tänze bezeichnen. Würde man wirklich nur die Herkunft der verschiedenen Tänze (Kuba, Brasilien, USA usw.) hernehmen, hätten wir plötzlich das Problem, keine Originale zu sein. Wenn wir den unqualifizierten Kommentaren Glauben schenken sollten, dann würde das ja im Endeffekt bedeuten, dass wir Profis und Tanzlehrer im ganzen Land nicht einmal versuchen sollten, lateinamerikanische Rhythmen zu lernen, lehren oder sogar darzubieten, da unsere Herkunft die falsche ist.

Wieder dabei. Glücklicherweise wurde der arme Kärntner Promi durch das Voting von den stolzen Landsleuten in der Show gehalten und ist heute Abend wieder dabei.

Mein Tipp an alle Tänzer für die heutige Runde: Macht einfach so weiter wie bisher! Ihr leistet alle eine fantastische Arbeit.

Nachdenken. Bleibt nur zu hoffen, dass gewisse Leute beim nächsten Mal nachdenken, bevor sie den Mund aufmachen, damit wir Profis auch im Geschäft bleiben dürfen!


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