Promis auf Streif-Zug in Kitzbühel
Das andere Rennen vor dem Rennen: Es geht um die (Weiß-)Wurst.

Foto © APAKai Pflaume in Kitzbühel
Manche mögen über den sinkenden Promifaktor die Nase rümpfen und die Audi- oder A1-Night preisen - sie ist und bleibt das Highlight beim Hahnenkammrennen: die Weißwurst-Party beim Stanglwirt, die Ralf Schumacher, Werner Baldessarini, Gerhard Berger, Niki Lauda, Franz Klammer oder Toni Sailer auch gestern nicht versäumten. Doch wer steckt eigentlich dahinter, wer ist dieser Balthasar Hauser (61), der seit 17 Jahren die Prominenz von Kitzbühel ins 12 Kilometer weit entfernte Going lockt - mit Würsten?
Wie im Bahnhof. Freitag, 11 Uhr, noch acht Stunden bis zum großen Fressen. In der Lobby des Fünf-Sterne-Hotels fühlt man sich wie im Bahnhof. Stimmengewirr, klingelnde Telefone, die Karten gehen weg wie warme Würstchen, Dekorateure tragen riesige Weißwürste durch die Gegend. Mittendrin zwei ruhende Pole: Balthasar Hauser und sein Sohn Richard besprechen rasch das Wichtigste.
Beschaulich zu Beginn. "An diesem Tag herrscht Ausnahmezustand", bekennt der Wirt. Und das seit 17 Jahren. Dabei fing alles beschaulich und intim an. Ein paar Schifahrer, die seit Jahrzehnten am Freitag nach dem Rennen zusammen kamen und den Tag in Ruhe und ohne Presse beschlossen. Patrick Ortlieb, Erwin Resch, Franz Heinzer. Und eines Tages den langjährigen Stammgast Anton Holnburger baten, doch für Weißwürste zu sorgen. Ein Wunsch, dem der bayrische Wurstkönig im folgenden Jahr bereitwillig nachkam. "Heinzer hat am nächsten Tag gewonnen, es war wie Doping", erzählt Holnburger. Drei Jahre später war die gemütliche Stube zu klein, um dem Menschenansturm gerecht zu werden. "Also gingen wir in die Lippizzaner-Reithalle, das passte, alles weiß: die Pferde, die Würstchen, der Schisport", schmunzelt Hauser. Auch aus Sicherheitsgründen. Mit 2000 Gästen ist nicht zu spaßen.














