Am Rande des G8-Gipfels: Rock trifft Politik
Vor rund 80.000 Besuchern hat am Donnerstagnachmittag das Konzert "Deine Stimme gegen Armut" in Rostock stattgefunden.

Foto © ReutersBob Geldof, Yousou N'Dour, Campino, Bono Doursing
"Es ist super, dass ihr alle hier seid", ruft
Herbert Grönemeyer. Damit bekomme die Forderung an die in
Heiligendamm tagenden Staats- und Regierungschefs nach mehr Hilfe für
Afrika noch mehr Druck. Mehr als 80.000 Menschen auf dem weitläufigen
Gelände der Internationalen Gartenausstellung in Rostock jubeln. Bei
strahlendem Sonnenschein startet das auf sechs Stunden angelegte
Konzert für Afrika mit dem Titel "Deine Stimme gegen Armut" am frühen
Donnerstagnachmittag mit der Band "Seeed".
Staraufgebot.
Was folgt, ist eine friedliche Demonstration in angenehmer,
entspannter Atmosphäre, die krass im Gegensatz zu den gewalttätigen
Protesten in nur gut 20 Kilometer Entfernung am Gipfelzaun steht, wo
zeitgleich Steine auf Polizisten fliegen und gegen Demonstranten
Wasserwerfer eingesetzt werden. Hier ist es ein wenig wie auf einem
Rockfestival. Fast 20 Sänger und Bands treten auf, darunter Stars wie
Die Toten Hosen, Die Fantastischen Vier, Silbermond, 2Raumwohnung
oder die Beatsteaks.
Zeitplan.
Jede Band darf nur zwei Lieder spielen, damit der strikte Zeitplan
des politisch-musikalischen Großereignisses eingehalten werden kann.
Zwischen den Künstlern werden auf großen Leinwänden kurze Filme
eingespielt, die das Elend der Menschen in Bolivien oder Kambodscha
zeigen. Dann sprechen unter anderem Friedensnobelpreisträger Muhammad
Yunus, Nora Tschirner und Live-8-Initiator Bob Geldof. Auch wenn es
ernst wird, die Menschen bleiben da, hören trotz Hitze und Enge
aufmerksam zu, souverän moderieren Roger Willemsen und Sarah Kuttner.
Gewaltfrei.
"Bei geiler Musik für eine gute Sache demonstrieren, das macht
Spaß", sagte Torben Litt. Er finde auch, dass Afrika mehr geholfen
werden müsse. Allerdings müsse dafür gewaltfrei protestiert werden.
Das sieht Sabine Gerber ähnlich. "Ich symphathiesiere mit den Zielen
der Demonstranten", sagt die Rostockerin. Aber von Gewalt halte sie
nun einmal gar nichts.
Deswegen sei sie nicht zur Demonstration gegangen, sondern zu
diesem Konzert. Und der Eintritt von 2,50 Euro sei natürlich
unschlagbar. Allerdings habe sie erst kurzfristig entschieden,
hierher zu gehen. "Man hat gehört, dass es einen islamistischen
Anschlag geben soll oder die Autonomen das Konzert sprengen."
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Nicht nur Promis
Die Besucher sind nicht nur von den Prominenten begeistert. Die gute Stimmung hält auch an, als Künstler aus Mosambik, Uganda, Sambia, Mali, Bangladesch und dem Senegal auftreten - und mit eher ungewöhnlichen Klängen überraschen.




















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